Beruf und Betreuung vereinbaren - was Betriebe dafür tun

  • Montag, 1. Mai 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 1. Mai 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 1. Mai 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Damit Erwerbstätige ihren Beruf und Betreuungspflichten besser vereinbaren können - dafür lassen sich Betriebe mittlerweile einiges einfallen, denn wer sein privates Leben geregelt kriegt, leistet mehr.

Berufsarbeit und Kinderbetreuung sind heute leichter zu vereinbaren als vor zwanzig Jahren, da das Angebot an Krippenplätzen ausgebaut worden ist.

Zu einer Doppelbelastung von Erwerbstätigen kommt es aber auch dann, wenn sie alte und pflegebedürftige Angehörige betreuen. Diese gesellschaftlich wichtige, aber unbezahlt geleistete Arbeit ist in der Wirtschaftspolitik selten ein Thema.

«Kontext» fragt, was Betriebe tun, damit ihre Arbeitskräfte Beruf und Betreuung besser vereinbaren können.

Beiträge

  • Wenn der Betrieb für Betreuung sorgt

    Der klassische Arbeitsalltag mit acht Stunden gehört in grossen Unternehmen der Vergangenheit an. Oft wird rund um die Uhr, unterwegs oder zuhause gearbeitet.

    Doch die ständige Erreichbarkeit und vorausgesetzte hohe Flexibilität sind für Angestellte mit Betreuungspflichten nur schwer zu vereinbaren.

    Einzelne Unternehmen arbeiten daran, das Vereinbarkeitsproblem zu lösen, etwa die Zürcher Kantonalbank, die dafür ein eigenes Kompetenzzentrum eingerichtet und eine Strategie entwickelt hat. Was das bedeutet, zeigt ein Besuch bei Michaela Kurz in der Kindertagesstätte «Frechdachs» und das Gespräch mit der Leiterin des Kompetenzzentrum Ann-Kathrin Greutmann.

    Kaa Linder

  • Care-Arbeit zum Thema machen

    Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird dort sehr schnell schwierig, wo Angestellte körperlich anstrengende Arbeit im Schichtdienst leisten, etwa in Pflege- und Gesundheitsberufen. Nicht nur, wenn es um Kinderbetreuung geht, sondern auch bei der Pflege von Angehörigen.

    Die Pflegeeinrichtung KZU im Kanton Zürich hat den Anspruch, die Vereinbarkeit zu gewährleisten und in der Unternehmenskultur zu verankern. Sie tut dies mit zwei Kindertagesstätten, einer Tages- und Nachtklinik und verschiedenen Modellen für Teilzeitarbeit und Jobsharing - auch in Kaderpositionen.

    Katrin Becker

  • Fleissiger im Home-Office als im Büro

    Das Home-Office gilt landauf landab als praktisches Arbeitsmodell, um Berufsarbeit und Betreuungspflichten zu vereinbaren, etwa für Teilzeit arbeitende Mütter.

    Eine neue wirtschaftswissenschaftliche Studie zeigt nun aber auf, dass das Home-Office vor allem von Vollzeit arbeitenden Männern, von Vorgesetzten und von Angestellten mit hoher Bildung und hohem Einkommen genutzt wird. Und: Diese arbeiten im Home-Office noch mehr als im Büro im Betrieb.

    Sabine Bitter

  • Vereinbarkeit ermöglichen gehört zur Betriebskultur

    Viele Betriebe sind mit Angestellten konfrontiert, die neben der Berufsarbeit noch Angehörige betreuen und überlastet sind. Allerdings ist in den Führungsetagen wenig Wissen zum Thema vorhanden, und Regelungen sind selten.

    Anderseits gibt es einzelne Arbeitgeber, die sich sehr darum bemühen, ihre Angestellten bei einem solchen Engagement zu unterstützen.

    Die Programmleiterin Work & Care am Forschungsinstitut Careum, Iren Bischofberger, berät seit Jahren Unternehmen in dieser Frage und hat einen Überblick über den Stand der Vereinbarkeit.

    Sabine Bitter

Autor/in: Sabine Bitter, Kaa Linder, Katrin Becker, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Sabine Bitter