Der japanische Kaiser und die Mythologie

  • Montag, 29. April 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 29. April 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 29. April 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Es ist ein historischer Moment in Japan. Kaiser Akihito tritt zurück und übergibt das Zepter an seinen Sohn Naruhito. Damit beginnt in Japan sowohl eine neue Epoche wie auch eine neue Zeitrechnung. Kontext über die älteste Monarchie der Welt und ihren Gründungsmythos.

Das japanische Kaiserhaus ist die älteste Erbmonarchie der Welt. Der japanische Kaiser – auch Tenno, himmlischer Herrscher genannt – hatte zeitweise gottähnlichen Status. Die Legende sagt, dass der erste Kaiser von Göttern – genauer der Sonnengöttin Amaterasu - abstammt. So jedenfalls steht es in den Chroniken aus dem 8. Jahrhundert. Sie gehören zu den ältesten literarischen Erzeugnissen Japans.

Heute ist der Kaiser gemäss Verfassung das Symbol des Staates und der Einheit des Volkes. Er gilt als Bewahrer der Traditionen und verkörpert den Geist der Nation. Und er ist auch oberster Priester des Shintoismus, der Volksreligion Japans.

Kontext geht den Fragen nach: Was in den ältesten Chroniken Japans steht. Was sie mit dem Status des Kaisers zu tun haben. Welche Rolle die Götter und die Religion dabei spielen. Und was das alles mit dem heutigen Japan zu tun hat.

Beiträge

  • Das japanische Kaiserhaus

    Das japanische Kaiserhaus ist die älteste Erbmonarchie der Welt. Die Ahnenlinie geht bis auf das Jahr 660 zurück. Da wird der erste - allerdings noch mythische - Kaiser erwähnt. Die Legende sagt, dass der erste Kaiser von Göttern abstammte.

    Sein Name lautet denn auch Tenno, was Himmlischer Herrscher bedeutet. 

    Der heutige japanische Kaiser dagegen versteht sich als «Symbol des Staates und der Einheit des Volkes». Er gilt als Bewahrer der Traditionen und verkörpert den Geist der Nation.

    Esther Schneider

  • Die Mythologie Japans

    Die Chroniken mit den Gründungsmythen gehören zu den ältesten literarischen Erzeugnissen Japans. Darin wird unter anderem der Herrschaftsanspruch des Kaisers begründet.

    Der Japanologe Raji Steineck erzählt von den Legenden und Geschichten, die in den Chroniken aufgeschrieben sind. Und er zieht Vergleiche zu der griechischen Mythologie und auch zum Gründungsmythos der Schweiz.

    Esther Schneider

  • Das Kaiserhaus und Shinto

    Shinto, Weg der Götter, heisst die Volksreligion von Japan. Sie lebt von der Praxis, von Zeremonien und individuellen Besuchen in Schreinen. Dort wird dann um Sicherheit im Strassenverkehr oder Erfolg bei Prüfungen gebeten.

    Shinto gehört zum Alltag der Japanerinnen – doch die Religion hat auch einen politischen Aspekt und ist eng verbunden mit dem Kaiser und seiner ehemals göttlichen Stellung. Und die Trennung von Staat und Religion funktioniert trotz Verfassungsauftrag nicht so richtig.

    Nicole Freudiger

Autor/in: Esther Schneider, Nicole Freudiger, Tom Hägler (Online), Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Noëmi Gradwohl