«Happy Birthday, Lenny»

  • Freitag, 24. August 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 24. August 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 24. August 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Vor 100 Jahren, am 25. August 1918, kam der US-amerikanische Komponist, Pianist, Dirigent und Musikvermittler Leonard Bernstein zur Welt. Wer ihn nur als Verfasser des Musicals «West Side Story» kennt, weiss schlicht zu wenig über diese vielfältige, charismatische und schillernde Jahrhundertfigur.

Als Komponist verschmolz Leonard Bernstein unterschiedlichste Stile. Als Dirigent führte er einen emotionalen, lockeren Dirigierstil ein und trug dazu bei, Gustav Mahler zu rehabilitieren.

Und als Musikvermittler trat er für eine Popularisierung der seinerzeits elitären Klassik ein. «Es ist mir unmöglich», sagt er einmal, «eine endgültige Wahl zu treffen unter meinen verschiedenen musikalischen Tätigkeiten. Was immer mir im gegebenen Moment als richtig erscheint, muss ich tun, wenn auch auf Kosten anderer musikalischer Aufgaben.» Aber auch wenn der Tag viel zu wenige Stunden hat, ist es nicht so, dass Leonard Bernstein über der Fülle seiner Inspirationen verzweifelte. Bernstein blieb ein Philanthrop, bedingungslos, begeistert und begeisternd.

Im Rahmen des SRF-Schwerpunktes zu Leonard Bernstein hat «Kontext» den Bernstein-Biografen Sven Oliver Müller zu Gast, der über «Lennys» Talent spricht, parallel verschiedene musikalische Felder auf höchstem Niveau zu bespielen. Craig Urquhart, Bernsteins letzter persönlicher Assistent, erzählt davon, wie genau es der Maestro mit der Musik nahm, dabei aber nie den Spass aus den Augen verlor. Und der Historiker Friedemann Pestel beleuchtet Bernstein als politischen Menschen, der mit seinen Gastspielen Statements zu setzen wusste.

Beiträge

  • Die Kerze, die an beiden Enden brennt

    Hochtalentiert war Leonard Bernstein schon als Kind. Seinen Weg Richtung Musikwelt musste er sich aber hart erkämpfen: Sein Vater hielt wenig von seinem Wunsch nach Klavierstunden – er musste sie von seinem Taschengeld zahlen.

    Mit 25 verzauberte Leonard Bernstein auf einen Schlag die Musikwelt: als er für den erkrankten Dirigenten Bruno Walter einspringt. 1959 wird er Chef des New York Philharmonic – als erster Dirigent eines grösseren US-amerikanischen Orchesters, der in den USA ausgebildet worden war. Die Geschichte einer aussergewöhnlichen Karriere.

    Florian Hauser

  • Leonard Bernstein – eine amerikanische Popikone

    «Leonard Bernstein schafft nicht nur ein Werk, sondern erzielt Wirkung» sagt der Bernstein-Biograf Sven Oliver Müller. Im Gespräch beleuchtet er Bernstein als gefühlsbetonten – manchmal exzessiven – Menschen, der hochdiszipliniert war sobald es um die Musik ging.

    In den USA wurde er in den 50ern und 60ern zur Popikone, eine typisch amerikanische Karriere. Sven Oliver Müllers Recherchen werden ergänzt durch Zeitzeugenberichte, unter anderem von Craig Urquhart, Leonard Bernsteins letzter persönlicher Assistent.

    Benjamin Herzog

  • Leonard Bernstein – der musikalische Diplomat

    Leonard Bernstein war überzeugter Demokrat, hatte Sympathien zur US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und einen subversiven Spass im Umgang mit Autoritäten.

    Als Dirigent der Wiener Philharmoniker forderte er ein Bewusstsein für die NS-Vergangenheit ein. Auf Konzertreisen nach Israel oder in die DDR überwand er ideologische Gräben und immer wieder inszenierte er sich als Friedensbotschafter.

    Der Historiker Friedemann Pestel ergründet die politischen Facetten von Leonard Bernstein.

    Theresa Beyer

Autor/in: Benjamin Herzog, Florian Hauser, Theresa Beyer, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Theresa Beyer