Künste im Gespräch – Franz Schnyder, «Ischgl» und Chansons

  • Donnerstag, 16. Juli 2020, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 16. Juli 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 16. Juli 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Eine umfassende Biografie über den «Regisseur der Nation», ein Fotoband über die Auswüchse der alpinen Freizeitkultur und drei CDs mit Renaissance-Chansons, kombiniert mit Schubert und zeitgenössischer Improvisation.

(00:00:50) Die erste umfassende Biografie über den Schweizer Filmemacher Franz Schnyder zeigt ein vielseitiges, schillerndes und tragisches Leben des «Gotthelf»-Regisseurs – und macht deutlich, dass der Emmentaler seinen Platz unter den wichtigsten Schweizer Regisseuren des 20. Jahrhunderts verdient hat.

(00:17:59) Unter den wichtigsten internationalen Fotokünstlern findet sich der Tiroler Lois Hechenblaikner, der seit vielen Jahren mit seiner Kamera die Auswüchse der alpinen Freizeitkultur festhält, wie sie sich eben erst in «Ischgl» gezeigt haben.

(00:34:58) Und dem Renaissance-Komponisten Clément Janequin, der für seine bildhafte Klangsprache bekannt ist, widmet das Schweizer Ensemble Thélème drei CDs, indem es Janequins Chansons der Musik von Franz Schubert und neuen Improvisationen des Schweizer Saxophonquartetts Xasax gegenübergestellt.

Beiträge

  • «Regisseur der Nation»

    Mit «Gilberte de Courgenay» trat Franz Schnyder 1941 als Filmregisseur in Erscheinung. Fast 30 Jahre prägte er das Schweizer Filmschaffen, etwa mit seinen Gotthelf-Filmen wie «Ueli der Knecht», die ihn berühmt machten.

    In neuerer Zeit galt er – stets im Schatten von Leopold Lindtberg und Kurt Früh – als etwas verstaubt.

    Nun ist die erste umfassende Biografie über ihn erschienen. Darin rollen Ursula Kähler und Raff Flury ein vielschichtiges Leben auf, das tragisch endete. In «Kontext» legen sie dar, warum Schnyder den wichtigsten Schweizer Regisseuren des 20. Jahrhunderts zuzuordnen ist.

    Brigitte Häring

  • «Ballermann am Berg»

    In seiner Heimat Tirol hat sich Lois Hechenblaikner (62) viele Feinde gemacht; in der internationalen Fotoszene geniesst der Künstler allerdings hohes Ansehen: Seit 26 Jahren hält er mit seiner Kamera die Auswüchse unserer alpinen Freizeitkultur fest.

    Sein Bildband «Ischgl» zeigt, wie hier Sex und Alkohol die Stimmung anheizen. Nicht zufällig ist dieser Ort zum Covid19-Hotspot geworden.

    «Delirium Alpinum» nennt Hechenblaikner diese dekadenten Exzesse des Massentourismus‘. Seine Bilder sieht er als visuelles Mahnmal einer Gesellschaft, die Entlastung vom Alltag in der Enthemmung sucht.

    Luzia Stettler

  • Kampfgeräusch und Waffenlärm: Clément Janequins Chansons

    Der Renaissance-Komponist Clément Janequin ist bekannt für seine bildhafte Klangsprache. Im Chanson «La guerre» etwa hat er sehr geräuschhaft die Schlacht von Marignano vertont, bei der 1515 die Eidgenossen dem französisch-venetischen Heer unter Franz I. unterlagen.

    Das Schweizer Ensemble Thélème hat in drei CDs die Chansons Clément Janequins aufgezeichnet und der Musik von Franz Schubert und neuen Improvisationen des Schweizer Saxophonquartetts Xasax gegenübergestellt.

    Warum diese Kombinationen so reizvoll sind, das erzählt der Ensembleleiter Jean-Christophe Groffe.

    Jenny Berg

Autor/in: Brigitte Häring, Luzia Stettler, Jenny Berg, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Sabine Bitter; Produktion: Michael Sennhauser