Lieblingsgeschichten 6/7 – Der Untergang der Franklin-Expedition

Lieblingsgeschichten

  • Montag, 13. August 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 13. August 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 13. August 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Als Luxusunternehmen gestartet, endete die Franklin-Expedition am Tiefpunkt des menschlichen Seins: Der Versuch, die Nordwest-Passage zwischen Atlantik und Pazifik zu durchqueren, kostete viele der Mitglieder zunächst den Verstand und schliesslich allen das Leben.

Die legendäre Franklin-Expedition im 19. Jahrhundert war eine Mission ins Unbekannte. Auf der Suche nach der Nordwestpassage, ausgestattet mit allen denkbaren Errungenschaften des viktorianischen Zeitalters, endete das Unternehmen in einem Desaster. Alle 129 Mitglieder kamen ums Leben. Die genauen Umstände sind in grossen Teilen rätselhaft und gruselig. Auf Beechey-Island wurden in den 80er-Jahren die im Permafrost erhaltenen Leichen von drei Teilnehmern exhumiert. Neben Tuberkulose und Skorbut war eine der Todesursachen Bleivergiftung. Die Mannschaft ernährte sich von den damals neu entwickelten Lebensmittelkonserven, die mit Bakteriengift versetzt und mit Blei kontaminiert waren. So verfielen zuletzt viele der Männer dem Wahn, da Blei und Gift auch das Hirn angriffen. Ureinwohner berichteten über umherirrende Männer und Kannibalismus unter den Weissen.

Beiträge

  • Untergang im Luxus – ein Hörstück

    An Bord der beiden Schiffe der Expedition war alles, was das Viktorianische England an Luxus bereithielt: Porzellangeschirr, Silberbesteck, 1'200 Bücher, Schreibtische aus Mahagoni, Orgeln und vieles mehr. Im Bauch der Schiffe lagerte Nahrung für drei Jahre.

    Darunter 45 Tonnen abgefüllt in Dosen. Diese unter unhygienischen Bedingungen hergestellten Konserven sollten später das Schicksal der Mission besiegeln. Die Männer wurden krank, die wohlorganisierte Expedition geriet zum unkoordinierten Chaos.

    Katharina Bochsler

  • Zwei Schiffe und viele Fragen

    Mehrere Dutzend Expeditionen haben sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Suche nach Männern und Schiffen der Franklin-Mission gemacht. Das tragische Ende der 129 Männer beschäftigt noch heute. Erst vor vier bzw.

    zwei Jahren wurden die beiden Schiffe, die HMS Erebus und die HMS Terror nur wenige Meter unter den Wasserspiegel gefunden. Sie sind praktisch unbeschädigt und geben nach und nach neue Details zum rätselhaften Ende der Expedition preis. Ein Gespräch mit Adrian Schimnowski, dem Leiter der erfolgreichen Such-Aktionen der Arctic Research Foundation.

    Katharina Bochsler

  • Tauchen im eisigen Meer

    Unterwasserarchäologie in arktischen Gewässern ist ein brandgefährliches Unternehmen. Die Wassertemperatur liegt nur wenig über 0° Celsius. Unter diesen Bedingungen erfriert ein Mensch innerhalb weniger Minuten.

    Wers trotzdem tut und überleben will, braucht hartes Training und einen Schwimmanzug, der die gesamte Körperoberfläche schützt und trocken hält. Øyvind Ødegård, Experte für marine Archäologie erzählt über seine Arbeit und die Unterstützung menschlicher Taucher durch zunehmend geschicktere Roboter und immer sensiblere Sensortechnik.

    Katharina Bochsler

  • Altes Wissen führt zu neuen Funden

    Die beiden Schiffe der Franklin-Expedition wurden nicht nur dank moderner Technik gefunden. Die Erzählkultur der Inuit trug entscheidend zum Erfolg der Suchaktionen bei.

    Die Ureinwohner der Region Nunavut haben ihre Beobachtungen zum Schicksal der verhungernden Europäer fast anderthalb Jahrhunderte sorgfältig von Generation zu Generation weitergereicht. Diese Geschichten halfen die Suchareale einzugrenzen. Ein Ausflug in die «Oral History» der Inuit.

    Katharina Bochsler

Autor/in: Katharina Bochsler, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Maya Brändli