Mit riesigen Teleskopen auf der Suche nach Leben im All

  • Dienstag, 30. Oktober 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 30. Oktober 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 30. Oktober 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In der Atacama-Wüste in Chile steht eines der grössten Teleskope der Welt: Das Very Large Telescope. Hier wird Astronomie der Spitzenklasse betrieben. Wissenschaftler aus der Schweiz suchen dort nach Planeten, auf denen Leben möglich wäre und sie sind überzeugt: Diese Leben gibt es.

330 Tage im Jahr ist es wolkenlos und störendes Licht gibt es kaum hier in der chilenischen Wüste auf 2600 Meter über Meer. Ideale Beobachtungsbedingungen also für die Europäische Südsternwarte ESO, die auf dem Berg Paranal das Very Large Telescope betreibt. Eigentlich sind es vier baugleiche Spiegelteleskope, die bei Bedarf auch zusammengeschaltet werden können.

Die Astronomische Forschung die hier oben betrieben wird, ist extrem vielfältig. Und der Andrang der Astronomen, die die Anlage nutzen wollen ist riesig. Nur jeder fünfte Antrag für eine Beobachtung kann bewilligt werden. Die Schweizer Astronomen haben sich auf die Suche und die Charakterisierung von Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems spezialisiert.

Die Technik zur Beobachtung wird dabei immer raffinierter. Dank ständiger Optimierungen der Optik kann das Very Large Telescope unterdessen Bilder liefern, die gleich gut sind, wie die aus den viel teureren Teleskopen aus dem All.

Beiträge

  • Beobachtungen vom Boden werden immer besser

    Astronomie vom Boden hat immer das Problem, dass der Blick durch die Erdatmosphäre das Bild stört. Die Strömungen in den verschiedenen Luftschichten führen dazu, dass die Sterne funkeln.

    Astrophysiker wie Willy Benz aus Bern finden das nicht romantisch: «Turbulenz ist der Feind des Astronomen», sagt Benz, der als Präsident des Rates der europäischen Südsternwarte regelmässig in Nordchile zu treffen ist. Doch die Techniker haben nun einen Weg gefunden, um die Störungen durch die Atmosphäre auszugleichen.

    Christian von Burg

  • Extreme Lebensformen wie auf einem anderen Planeten

    Nur 100 Kilometer entfernt von den Teleskopen auf dem Berg Paranal untersucht die chilenische Mikrobiologin Christina Dorador extreme Lebensformen. Hier in der trockensten Wüste der Welt gibt es Leben, das man erst auf den zweiten Blick entdeckt.

    Uralte Bakterien zum Beispiel, die in Salzsteinen leben, die hier aus dem Boden wachsen.

    Dorador, die immer wieder auch mit Forschern der Amerikanischen Raumfahrtsbehörde NASA zusammenarbeit, sagt: «Wenn es Leben gibt auf dem Mars, dann sieht es vermutlich ganz ähnlich aus wie das Leben hier in der Atacamawüste.»

    Christian von Burg

  • «Warum sollen wir auf der Erde so speziell sein?»

    Wenn schon das Leben auf der Erde so vielgestaltig ist, wie sollen die Wissenschaftler dann wissen, nach welcher Art von Leben sie auf fernen Planeten Ausschau halten sollen?

    «Das ist eine ungelöste Frage für uns», sagt Stéphane Udry, Astronomie-Professor an der Universität Genf. Aber Udry ist überzeugt, dass es Leben gibt da draussen. Die Geschichte der Wissenschaft zeige, dass sich der Mensch immer wieder zu Unrecht ins Zentrum gesetzt habe. «Es gibt so viele Orte im All, wo Leben möglich wäre», sagt Udry, «warum sollen wir auf der Erde so speziell sein?»

    Christian von Burg

  • Präzisionsinstrument zur Suche nach neuen Planeten

    Um Astronomie zu betreiben braucht es nicht nur Teleskope. Genau so wichtig sind die Instrumente, mit denen das Licht von den Sternen erst ausgewertet und analysiert werden kann.

    Espresso ist der Name eines solchen Instrumentes, das eben erst in Betrieb gegangen ist auf Paranal. Gebaut wurde es unter der Leitung von Francesco Pepe von der Universität Genf. 10 Jahre Arbeit waren das mit 50 beteiligten Wissenschaftlern. Jetzt kann das Instrument Geschwindigkeitsänderungen von Himmelskörpern mit extremer Genauigkeit messen. Francesco Pepe erklärt, wie das geht.

    Christian von Burg

Autor/in: Christian von Burg, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Brigitte Häring