Wenn das Warten aufs Visum zur Nervenprobe wird

  • Dienstag, 25. Februar 2020, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 25. Februar 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 25. Februar 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die indische Tanzkompagnie oder der Performer aus Kairo: Internationale Gastspiele machen das Schweizer Kulturangebot reicher. Das Beschaffen der notwendigen Visa für den Auftritt ist für Künstlerinnen und Veranstalter allerdings zunehmend aufwändig.

2008 hat die Schweiz das UNESCO-Abkommen zum Schutz und der Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen ratifiziert. Darin heisst es, dass Künstler und Kulturschaffenden aus sogenannten Entwicklungsländern ein erleichterten Zugang zum europäischen Kunstmarkt gewährt werden soll.

Die Realität sieht oft anders aus: Um ein Visum zu bekommen, müssen gerade Künstler und Künstlerinnen aus Drittstaaten viele bürokratischen Hürden nehmen und sind oft bis zur Ausreise nicht sicher, ob ihr Visum rechtzeitig ankommt. Auch auf der Seite der Veranstalter bedeutet die Einladung von Künstlern und Künstlerinnen aus dem globalen Weltsüden viel Aufwand.

Mauro Abbühl beobachtet den internationalen Kulturaustausch seit mehr als 20 Jahren. Sein Büro für Kulturkooperationen «artlink» hat für die Schweizer Koalition für die kulturelle Vielfalt eine juristische Studie erarbeitet, die das Visumverfahren für Kulturschaffende ausserhalb des Schengenraums untersucht. Er ist Gast im Studio.

Beiträge

  • Kein Auftritt ohne Visum

    Für Venuri Perera aus Sri Lanka und Boyzie Cekwana aus Südafrika gehören internationale Tourneen zum Beruf. Neben ihrer künstlerischen Arbeit mussten sie dabei auch zu ExpertInnen in Sachen Visum werden.

    Die bürokratischen Anforderungen wechseln ständig, jedes Land hat andere Bestimmungen. Dieser Prozess ist nicht nur zeitlich enorm aufwändig, sondern auch mit Unsicherheit und Frustration verbunden.

    Dagmar Walser

  • Unter Zeitdruck: Die Sicht der Kulturveranstalter

    Kulturinstitutionen, Internationale Festivals, Artists-in-residence-Programme: Wer international programmiert, ist mit den Fallstricken bei den Visumverfahren von Kulturschaffenden aus Drittstaaten konfrontiert.

    Die Dramaturgin und Kuratorin Anja Dirks und der Geschäftsführer vom Aarauer Gästeatelier Krone Wenzel A. Haller glauben an den internationalen Kulturaustausch und arbeiten seit Jahren mit Künstlern und Künstlerinnen aus dem Weltsüden zusammen. Dafür benötigen sie teilweise Nerven aus Stahl, wenn Visaentscheide bis kurz vor der Vorstellung in der Luft hängen.

    Sarah Herwig

Autor/in: Dagmar Walser, Sarah Herwig, Moderation: Norbert Bischofberger, Redaktion: Maya Brändli