Ein Arbeitstag von Livia Beck beginnt am Morgen im Atelier. Dort prüft die Lernende die anstehenden Aufträge, holt das benötigte Material und startet konzentriert in ihre Arbeiten. Sie arbeitet in einem Team, ist aber auch viel selbständig an Aufträgen beschäftigt. Diese Abwechslung schätzt die 17-Jährige besonders.
Handwerk und Technik vereint
Gradstich, Overlock, Schmalkantenstich und viele weitere Sticharten gehören zum Repertoire von Livia Beck. Während der Ausbildung arbeitet sie mit verschiedenen Maschinen und kennt sämtliche Nahtarten und Stichtypen. In der Schule vertieft die Lernende ihr Wissen in Material- und Maschinenkunde und setzt neue Erkenntnisse sofort im Atelier um.
Zuerst dachte ich, das sei gar nicht interessant. Aber heute ist das mein Lieblingsfachbereich.
Besonders das Arbeiten mit verschiedenen Materialien und unterschiedlichsten Stoffen macht Livia Beck überraschend viel Freude: «Zuerst dachte ich, das sei gar nicht interessant. Aber heute ist das mein Lieblingsfachbereich.»
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Bild 1 von 3. Livia Beck steckt die verschiedenen Stoffstücke zusammen und bereitet alles vor. Bildquelle: GET SOME POPCORN/ SRF.
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Bild 2 von 3. An der Nähmaschine näht sie die verschiedenen Teile zusammen. Bildquelle: GET SOME POPCORN/ SRF.
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Bild 3 von 3. In ihrer Ausbildung arbeitet Livia Beck mit verschiedenen Maschinen. Bildquelle: GET SOME POPCORN/ SRF.
Nebst den Materialkenntnissen braucht es für diesen Beruf ein gutes Vorstellungsvermögen, eine exakte Arbeitsweise und ein Gespür für Modetrends. Denn Bekleidungsnäher:innen gestalten die Mode von morgen, entwickeln eigene Trends und beeinflussen, was gerade angesagt ist.
Wenn die Skizze Form annimmt
Im Unterschied zu Modedesigner:innen liegt der Fokus von Bekleidungsnäher:innen beim Vorbereiten, Nähen und Anfertigen von Kleidern. Modedesigner:innen hingegen sind bereits in einer früheren Phase des Entstehungsprozess beteiligt: Sie entwerfen die Skizzen, entscheiden die Farbwahl und wählen geeignete Materialien für die Kleidungsstücke aus.
Zukunft mit KI
Dem Einfluss von künstlicher Intelligenz auf das Berufsfeld der Bekleidungsnäher:innen sieht Livia Beck gelassen entgegen. Sie hat keine Angst, ersetzt zu werden. Sie geht viel mehr davon aus, künftig mit der künstlichen Intelligenz zusammenzuarbeiten und dadurch in ihren Aufgaben zusätzliche Unterstützung zu erhalten.
Unterrichtsmaterial
Nach der Ausbildung zur Bekleidungsnäherin EBA möchte Livia Beck die Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin EFZ absolvieren. Diese kann meistens in verkürzter Form durchgeführt werden. Anschliessend plant sie eine Weiterbildung zur Theaterschneiderin.