Warum wir nicht mehr 90 Stunden pro Woche arbeiten

Kaum vorstellbar: Im 19. Jahrhundert waren 90-Stunden-Wochen keine Seltenheit. Im Laufe der Zeit wurden die Arbeitszeiten immer wieder reduziert. Am 1. Januar 1920 freuten sich die Arbeiter über die Einführung der 48 Stunden-Woche. Gearbeitet wurde weiterhin 6 Tage die Woche. 

Eine Stempeluhr an der Wand.
Bildlegende: Die klassische Stempeluhr, Symbol der Arbeitszeiterfassung. Keystone

Arbeitsmodelle im Vergleich

«Im 19. Jahrhundert war der grösste Teil der Bevölkerung arm. Die Arbeit in den Fabriken war sehr hart, brachte aber dringend benötigtes Geld», sagt der Heinz Looser. Der Historiker ist spezialisiert auf das Leben der «einfachen Leute». Als Gast in der Sendung «Treffpunkt» vergleicht er vergangene und heutige Arbeitsmodelle.

Arbeitszeit verschmilzt mit Freizeit

Werden unsere Arbeitszeiten künftig nochmals gekürzt, gar unter 40 Stunden die Woche? Heinz Looser sieht eher eine noch grössere Verschmelzung von Arbeits- und Freizeit: «Bereits heute sind viele Menschen rund um die Uhr erreichbar, auch für ihren Arbeitgeber. Ob man künftig überhaupt noch von einer bestimmten Anzahl von Arbeitsstunden pro Woche sprechen kann, bleibt eine berechtigte Frage.»

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Krispin Zimmermann