Lucerne Festival: Brass-Sound im Klassik-Look

Blasmusik steht bei Klassik-Liebhabern meist nicht an oberster Stelle. Anders ist es jedoch, wenn der Trompeter Reinhold Friedrich mit seinem Brass Ensemble des Lucerne Festival Orchestras zum Konzert lädt.

Porträt.
Bildlegende: Der Trompeter Reinhold Friedrich mit seinem Brass Ensemble des Lucerne Festival Orchestras zum Konzert. Frank

«Crossover» steht gerne dann drauf, wenn drinnen eine Verschmelzung von musikalischen Stilen stattfindet, welche auf den ersten Blick nicht zusammen passen. Crossover ist eine Technik, die so neu nicht ist, wie die neudeutsche Bezeichnung glauben machen könnte.

Auch Leos Janácek und Zoltán Kodály beispielweise verwendeten in ihren Kompositionen Motive und Rhythmen ihrer Volksmusik. Einer Volksmusik, die stark von Blasinstrumenten geprägt ist. Da ist der Weg hin zu Bläser-Arrangements nicht allzu weit.

Besonders spannend wird es allerdings sein, die beiden Werke von Carlo Gesualdo und Jean-Baptiste Lully in der Bläserfassung zu hören. Der Arrangeur dieser beiden Werke, der belgische Trompeter Steven Verhaert, steigt bei diesem Konzert gleich selber aufs Dirigentenpodest.

Brass Ensemble des Lucerne Festival Orchestra
Steven Verhaert, Leitung
Eriko Takezawa, Klavier

L. Janácek: Fanfaren aus der Sinfonietta

C. Gesualdo: Responsorien und Madrigale *

J. B. Lully: Suite aus der Tragédie en musique «Psyché»*

L. Janácek: Capriccio für Klavier (linke Hand) und Bläserensemble

Z. Kodály: Suite aus «Háry János»

*eingerichtet von Steven Verhaert

Konzert vom 20. August 2014, KKL Luzern