Lucerne Festival: Russische Musikwelten

Die Musikerinnen und Musiker aus St. Petersburg bringen Werke ins KKL, die am Rand des Vulkans angesiedelt sind. Wahrlich in der Hölle schmoren muss Francesca da Rimini; die Figur, die Peter Tschaikowsky aus Dantes «Inferno» aus der «Divina commedia» kennt:

Das KKL in Abendstimmung
Bildlegende: Im rahmen des Lucerne Festivals ist im KKL russische Musik zu hören. Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL

Francesca ist zusammen mit ihrem Liebhaber in einem endlosen Sturm gefangen, ohne je wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Das Gefühl des Nicht-mehr-verwurzelt-seins kannte auch Sergej Rachmaninow: Er schaffte es erst nach Hypnose und Psychotherapie, aus einer fundamentalen Schaffenskrise auszubrechen, komponierte daraufhin aber mit seinem 2. Klavierkonzert gleich einen Welt-Hit. Und endgültig mit dem Feuer spielte Dmitri Schostakowitsch, als er 1945 statt der von offizieller Seite erwarteten heroischen Sieges-Sinfonie eine (nach eigenen Worten) «Pseudokomödie» ablieferte.

Peter Tschaikowsky: Francesca da Rimini. Orchesterfantasie op. 32
Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70

St. Petersburger Philharmoniker
Yuri Temirkanov, Leitung
Nikolai Lugansky, Klavier

Liveübertragung aus dem Konzertsaal des KKL, Luzern

Redaktion: Patricia Moreno