Menuhin Festival Gstaad: Wenn die zweite Geige fehlt

Eine fehlt! Eine muss fehlen, damit aus dem klangvollen Klavierquintett (Klavier und Streichquartett) das schlankere Klavierquartett wird: die zweite Violine.

Khatia Buniatishvili, Klavier.
Bildlegende: Khatia Buniatishvili, Klavier. Esther Haase

So fristen Klavierquartette (Klavier und Streichtrio) wie dasjenige von Robert Schumann zu Unrecht ein Schattendasein. Denn welche zweite Violine eines Quartetts tritt schon gern in den Ausstand?! Allerdings fehlt die zweite Violine merkwürdigerweise auch bei Schuberts Forellenquintett. Konnte Schubert etwa nicht bis fünf zählen?! Des Rätsels Lösung: Schubert setzt bei seinem Quintett ganz untraditionell einen Kontrabass ein. So kommt man auch auf fünf und zu einem ganz anderen Klang als beim traditionellen Klavierquintett. Ein ad hoc-All Star Ensemble widmet sich den beiden Werken. So muss man keine zweite Violine ausladen.

Robert Schumann: Klavierquartett Es-Dur op. 47
Franz Schubert: Klavierquintett A-Dur «Forellenquintett» D 667

Renaud Capuçon, Violine
Gérard Caussé, Viola
Sol Gabetta, Violoncello
Alois Posch, Kontrabass
Khatia Buniatishvili, Klavier

Konzert vom 27. Juli Kirche Saanen