Musikfestwoche Meiringen: Kammermusikalische Raritäten

In Meiringen findet jedes Jahr ein kleines, feines Festival statt. Ausgerichtet ganz nach dem Geschmack des Berner Cellisten Patrick Demenga, der es zusammen mit seinen Musikerfreunden bestreitet. Und der gerne musikalische Klassiker mit musikalischen Entdeckungen kombiniert.

Patrick Demenga mit einem Cello.
Bildlegende: Der Cellist Patrick Demenga bestreitet zusammen mit anderen Musikern die Meiringer Musikfestwochen. Patrick Demenga

Es ist fast ein Klavierkonzert und fordert der Pianistin Hiroko Sakagami so ziemlich alles ab: Das Klavierquintett op. 34 von Johannes Brahms. Nur dass statt eines grossen Orchesters hier vier Solostreicher mit von der Partie sind. Und der «gewichtige» Brahms etwas Leichtes, Intimes erhält. Der Kammermusik-Klassiker von Brahms steht am Schluss dieses Konzertabends, der mit zwei selten aufgeführten Liedzyklen begonnen hat. Erstmals mit Paul Hindemiths Beschäftigung mit dem Tod, wobei sein «Des Todes Tod» nicht einfach eine dunkle Musik ist. Und dann Maurice Ravels «Chansons madécasses», die Erotik und Exotik evozieren, aber auch den französischen Kolonialismus thematisieren. Leichte und Schwere also auch hier.

Die beiden Vokalpartien haben in diesem Konzert übrigens zwei junge Sängerinnen übernommen, die für die indisponierte Lina Maria Åkerlund eingesprungen sind: Bei Ravel die Japanerin Sonoe Kato, bei Hindemith die Schweizerin Anna Gschwend.

Paul Hindemith: «Des Todes Tod». Drei Lieder für Frauenstimme, zwei Viole und zwei Violoncelli
Maurice Ravel: «Chansons madécasses» für Singstimme, Flöte, Violoncello und Klavier
Johannes Brahms: Klavierquintett f-Moll op.34

Sonoe Kato, Sopran | Anna Gschwend, Sopran
Christian Altenburger, Violine/Viola
Hyunjong Reents-Kang, Violine
Christoph Schiller, Viola
Patrick Demenga, Violoncello CH-Artists
Mirjana Reinhard, Violoncello
Felix Renggli, Flöte
Hiroko Sakagami, Klavier

Konzert vom 10. Juli 2015, Michaelskirche Meiringen