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Ist ein Saisonabbruch bereits ein Thema, Denis Vaucher?
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Auch Saisonabbruch möglich Vaucher: «... dann müssen wir alle Szenarien in Betracht ziehen»

Der Direktor der National League Denis Vaucher spricht über die Folgen, welche die 1000er-Regel im Kanton Bern für die Fortführung der Meisterschaft haben könnte.

Das Coronavirus hat das Schweizer Eishockey erneut fest im Griff. Nachdem im Kanton Bern Veranstaltungen mit über 1000 Personen ab sofort wieder verboten sind, steht die Liga einmal mehr vor der Frage: Wie weiter?

Wenn wir nur mit 1000 Zuschauern oder weniger über eine längere Zeit und bei mehreren Klubs spielen müssten, würden wir dies wirtschaftlich nicht überleben.
Autor: Denis Vaucher

National-League-Direktor Denis Vaucher ist auch am Tag nach dem Entscheid im Kanton Bern noch verärgert über die Rückkehr zur 1000er-Regel. «Es ist für uns nicht nachvollziehbar. Der Bundesrat hatte uns attestiert, dass die Schutzkonzepte gut und Grossveranstaltungen kein Herd von Infektionen seien», sagte Vaucher gegenüber SRF.

Saisonabbruch auch ein mögliches Szenario

Die Liga sei in ständigem Austausch mit sämtlichen National-League-Klubs, speziell aber mit dem SC Bern, dem EHC Biel und den SCL Tigers, die vom Berner Entschluss direkt betroffen sind.

Vaucher betont, dass es bisher keine Meldungen von anderen Kantonen gäbe, die dem Beispiel von Bern Folge leisten möchten. Sollte dies dennoch geschehen, wäre das fatal für das Schweizer Eishockey. «Wenn wir nur mit 1000 Zuschauern oder weniger über eine längere Zeit und bei mehreren Klubs spielen müssten, würden wir das wirtschaftlich nicht überleben», stellt Vaucher klar. Und fügt an: «Dann müssen wir alle Szenarien in Betracht ziehen.» Dazu gehört auch ein vorzeitiger Saisonabbruch.

Darlehen alleine werden nicht reichen

Auch die vom Bund in Aussicht gestellten Darlehen würden den wirtschaftlichen Kollaps diverser Klubs nicht verhindern, meint Vaucher. Es sei zentral, dass Bund und Kantone den Klubs ermöglichen, einigermassen wirtschaftlich aktiv zu sein. Dafür brauche es aber die 2/3-Sitzplatz-Kapazität.

Es herrscht eine grosse Solidarität zwischen Liga und Vereinen und wir werden am 2. November gemeinsam festlegen, wie es weitergeht.
Autor: Denis Vaucher

Sollte den Klubs diese Möglichkeit langfristig genommen bleiben, könnten auch die Bundesdarlehen alleine nicht weiterhelfen, so Vaucher. «Dann sind wir nicht nur auf Darlehen, sondern auch auf A-fonds-perdu-Beiträge angewiesen.»

Grosse Solidarität

Die Berner Klubs haben sich am Montag darauf geeinigt, dass sie ihre Heimspiele bis zur nächsten Nati-Pause Anfang November mit 1000 oder weniger Zuschauern durchführen werden. Danach müsse es aber eine neue Bestandesaufnahme geben, so Daniel Villard, CEO des EHC Biel.

Angst vor einem Alleingang eines Klubs hat Vaucher nicht. «Ich gehe nicht davon aus, dass ein einzelner Klub für sich selber entscheiden wird, wie es weitergeht. Es herrscht eine grosse Solidarität zwischen Liga und Vereinen und wir werden am 2. November gemeinsam festlegen, wie es weitergeht.»

Video
Nach «Schock-Entscheid»: Berner Klubs wehren sich gemeinsam
Aus Sport-Clip vom 19.10.2020.
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Radio SRF 4 News, Nachmittagsbulletin, 18.10.2020 15:00 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Vetterli  (KlingWe)
    Die Schutzkonzepte seien gut! Das mag alles stimmen. Wurden diese auch so gehandhabt? Ich spreche nicht von den Vereinen, die sicher vieles unternehmen.
    Der wunde Punkt sind die unbelehrbaren Zuschauer. Bei jedem Spiel das ich bis heute via TV gesehen habe, immer wieder dasselbe - Maske unter der Nase oder unter dem Kinn. Sicher, der grosse Teil der Zuschauer hält sich an die Regeln nur nicht ALLE. Keine Maske und die Vieren werden verteilt.
    Schuld ist nicht das BAH oder die Vereine, sondern?
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  • Kommentar von Erich Bucher  (Farbenfroh)
    Man kann die Krise leugnen oder verdrängen. Man kann eine Sportveranstaltung gegenüber Todesfällen und Folgeerkrankungen aufrechnen. Man kann Geld vor Gesundheit setzen. Man kann die eine Krankheit mit einer anderen vergleichen. Und man kann sagen die Politik soll es richten, nur für mich soll sich nichts ändern, und ja, ich selber soll dabei auch gesund bleiben. Hopp FC und EHC/SC und gute Besserung denen auf der Intensivstation und den lungengeschädigten zu Hause...?!?
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    1. Antwort von Daniel Röthlisberger  (Dänu R.)
      Auch hier ist ein mittelweg angebracht. Ich meine die schutzkonzepte waren i.o und wurden auch konsequent umgesetzt. Fakt ist, dass es langfristige folgen gibt, welche zum teil nicht sichtbar sind. Wir müssen aufhören uns übere andere zu erheben imdem wir meinen wir wüssten es besser...einfach den entscheid hinnehmen finde ich genauso schwierig wie ihn zu aktzeptieren....
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  • Kommentar von Michael Bacher  (mbacher)
    Es zeig sich doch einfach wieder einmal mehr, dass die Behörden im Blindflug umher eiern und keine Ahnung haben. Wenn man keine Ahnung hat, ignoriert man am besten alle Zahlen und Fakten und argumentiert mit möglichen schlimmen Entwicklungen.
    Die Polizei könnte jetzt ja auch willkürlich Bussen verteilen, weil jemand im 2021 wahrscheinlich zu schnell fahren könnte.
    Adieu Denken, willkommen Willkür.
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    1. Antwort von Armin Meile  (MrMele)
      Ob man das noch auf "keine Ahnung" abschieben kann? Die Behörden zerstören mit ihren Massnahmen wegen positiver Testergebnisse (eines ungeeigneten, NICHT validierten Testes) die Gesellschaften fast auf der ganzen Welt nachhaltig. Hungersnöte in Südamerika, drastische Arbeitslosigkeit in Israel (2. Lockdown), dramatische Zunahme von Suiziden und psychischen Erkrankungen - und das bei einem Atemwegsinfekt, dessen Indikatoren statistisch in ALLEN Parametern einer mitterschweren Grippe entsprechen.
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