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Nach Spiel 5 im Playoff-Final «Do or die» statt Meisterpucks: Gottérons Traum droht zu platzen

Nach der Auswärtsniederlage hat Freiburg das Messer am Hals. Entweder gewinnt Gottéron am Dienstag zuhause oder Davos ist Meister.

Eishockeyspieler in weissen Trikots während eines Spiels.
Legende: Konsterniert nach der Niederlage in der Overtime Attilio Biasca und Fribourg-Gottéron. Keystone/Claudio Thoma

Es schien angerichtet. In der 16. Minute hatte Gottéron im fünften Final-Spiel in Davos soeben das 3:0 erzielt. Die «Drachen» überfuhren die Bündner Defensive regelrecht, wirkten unaufhaltsam. Doch es war noch lange zu spielen – und Davos drehte die Partie noch zu seinen Gunsten. Statt mit zwei Meisterpucks nach Hause zu fahren, haben die Freiburger am Dienstag vor heimischer Kulisse daher das Messer am Hals. Der Traum vom ersten Titel droht zu platzen.

«Klar ist das schmerzhaft», sagte Angreifer Attilio Biasca unmittelbar nach der Niederlage in der Overtime. Aber: «Es darf jetzt auch wehtun. Wir müssen versuchen, den Frust für das nächste Spiel in Motivation umzuwandeln.»

Jeder Einsatz zählt

Mitnehmen wolle Freiburg das Positive, namentlich das dominante Startdrittel: «Wir haben da unser Hockey gespielt, sind bei ihnen in der Zone geblieben.» Man habe starke Spieler im Kader: «Darauf müssen wir mehr vertrauen.»

Dass sich das Blatt dann so schnell wendete, sei schlichtweg Playoff: «Beide Mannschaften wollen gewinnen.» Wenn man ein bisschen nachlasse, sehe es für das andere Team schon gut aus. Das soll auch das grosse Learning für Gottéron sein aus dem fünften Spiel: «Jeder Shift zählt, egal wie es steht.»

Wichtiges Tor gegen Ende des 1. Drittels

Anders ist die Gefühlslage natürlich beim HCD. Das Comeback sowie der ekstatische Sieg in der Verlängerung dürften das Selbstvertrauen im Bündner Lager noch einmal gesteigert haben. Der Schlüssel? «Wir haben immer an uns geglaubt», findet Simon Knak. Und: «Das Tor im 1. Drittel war sehr wichtig, damit wir mit Vertrauen ins 2. Drittel starten und schon am Braten riechen konnten.»

Mit dem Sieg setzte Davos in diesem Final gleich zwei Serien ein Ende: Es war im fünften Spiel nämlich nicht nur der erste Heimsieg. Es gewann auch erstmals das Team, das nicht das erste Tor erzielte.

Corvi beisst auf die Zähne

Massgeblich am Erfolg beteiligt war Enzo Corvi. Erst am Freitag in Freiburg nach dreimonatiger Verletzungspause zurückgekehrt, konnte der Bündner Routinier am Sonntag bereits wieder entscheidend mitwirken. Corvis Übersicht, Bullystärke und die Fähigkeit, das Spiel zu lesen, kamen dem HCD einige Male zugute. Mit zwei Assists wurde er nach der Partie gar zum Spieler des Spiels ausgezeichnet.

Das Comeback des 33-Jährigen kam auch in dessen Worten «ein bisschen aus dem Nichts». Er habe wenig Vorbereitung gehabt und praktisch nie mit dem Team trainiert. Auch wenn Corvi körperlich gegenüber der anderen Spieler etwas im Rückstand ist, wollte er seinen Kollegen helfen: «Es ist einfach geil, für dieses Team zu spielen.»

Eishockeyspieler im Stadion zeigt Daumen hoch.
Legende: Lässt sich von den Fans feiern Enzo Corvi. Freshfocus/Martin Meienberger

Für den frischgebackenen Vater – am 6. April kam Töchterchen Nova zur Welt – heisst es, noch maximal zweimal auf die Zähne zu beissen. Am liebsten möchte Corvi den Sack aber schon am Dienstag zumachen, denn diese Chance habe man sich mit dem spektakulären Sieg am Sonntag gegeben.

National League

SRF zwei, «sportflash», 27.4.26, 0:20 Uhr ; 

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