Er verfolgte zwar die Schweizer Liga, aber von Zug wusste Benoît Groulx vor seiner Ernennung zum neuen Coach der Zentralschweizer nicht besonders viel, wie er im Interview mit SRF ehrlich zugibt. Für den Job war er nach dem Anruf von Reto Kläy aber bald Feuer und Flamme. «Er sagte mir, dass noch 12 Spiele zu absolvieren seien und die Playoffs das Ziel seien. Ich liebe solche Herausforderungen.» Er habe also nicht lange zögern müssen.
Nicht einmal 48 Stunden nach dem Ausscheiden des EVZ im Halbfinal der Champions Hockey League in Lulea unter seinem Vorgänger Michael Liniger leitete Groulx am Donnerstag bereits sein erstes Training. Und traf auf eine Mannschaft, deren Einstellung ihn beeindruckte.
Defensive und Offensive im Gleichgewicht halten
«Ich bin seit 25 Jahren Hockey-Coach und habe in meinem Leben viele Spieler gesehen. Aber als ich heute früh hierherkam, waren schon viele hier, kamen auf mich zu und hiessen mich willkommen. Das ist für mich ein Zeichen guter Charaktere und von Leadership in der Mannschaft», so der Kanadier.
Es ist besser, im Januar ein Tief zu haben als im März.
Angesprochen auf seine Philosophie verweist Groulx auf eine gesunde Balance zwischen Defensive und Offensive. Er wolle sich diesbezüglich nicht in ein Korsett drücken lassen. «Es geht um Transition, Geschwindigkeit und Puckkontrolle. Wir wollen einen Prozess in Gang setzen, indem wir uns jeden Tag auf gewisse Dinge konzentrieren – auf und neben dem Eis.»
Setzt ein Aufwärtstrend ein?
Dass das Team zuletzt 10 Spiele in Folge verlor, in diesem Jahr noch kein einziges Erfolgserlebnis feiern konnte und 12 Punkte hinter einem direkten Playoff-Platz liegt, bereitet dem 57-Jährigen wenig Kopfzerbrechen. «Ich war ja nicht da, für mich ist alles neu. Schlechte Dinge sind immer nur temporär. Es ist besser, im Januar ein Tief zu haben als im März, wenn es um die Playoffs geht.»
Ob die Zuversicht des neuen Mannes an der Bande auf die Spieler übergreift, wird sich erstmals am Freitag zeigen. Dann trifft Zug auswärts auf Kloten. Nicht zuletzt geht es für die Zentralschweizer auch darum, die Herzen der Fans zurückzuerobern. Bei der Niederlage gegen Ajoie hatten diese zuletzt dem Gegner zugejubelt.