Christoph Bertschy wirkte ratlos. Der Flügelstürmer von Fribourg-Gottéron suchte vergebens nach einer Erklärung für das miese Powerplay seines Teams in der laufenden Postseason. «Seit Beginn der Playoffs haben wir Mühe damit», so der 32-Jährige im Interview nach der Heimniederlage gegen den HCD, die den Ausgleich in der Finalserie zum 1:1 bedeutete.
«Mühe damit» – das ist untertrieben. Die Saanestädter weisen desaströse Statistiken auf. In mittlerweile über 100 Minuten Überzahlspiel (58 Gelegenheiten) in diesen Playoffs erzielte Gottéron nur zwei Treffer – das ist eine Effizienz von 3,45 Prozent. Das Bemerkenswerte dabei: In der gleichen Zeit kassierte man drei Shorthander.
Davos trifft bei jedem vierten Versuch
Im Vergleich dazu weist Davos eine Erfolgsquote von 24,32 Prozent auf. Aus 37 Chancen resultierten neun Tore für die Bündner. In beiden Finalspielen trafen sie je einmal mit einem Spieler mehr auf dem Eis, was eine Quote von 25 Prozent ergibt.
Dass sich Gottéron trotz dieser Schwäche in den Special Teams noch voll im Titelrennen befindet, spricht für die Qualität der Mannschaft von Trainer Roger Rönnberg. Und geht es nach Bertschy, soll das Ruder im Powerplay im Verlauf der Serie herumgerissen werden.
«Muss nicht immer in einem Tor enden»
Am Montagabend durften sich die «Drachen» weitere sechs Mal in Überzahl versuchen, wobei immerhin ein Pfostenschuss von Henrik Borgström (42.) herausschaute. «Wir konnten uns in beiden Finalspielen ein paar Chancen herausspielen», so Bertschy. «Das Powerplay muss nicht immer in einem Tor enden. Wenn du das Momentum auf deine Seite ziehen kannst und dadurch in längeren Phasen die Oberhand behältst, ist das sicher positiv.»
Klar ist aber auch: Für den ersten Meistertitel der Klubgeschichte ist eine gewisse Kaltblütigkeit im Powerplay wohl unumgänglich. Platzt der Knoten am Mittwoch in Davos endlich?