Nach dem souveränen Erreichen der Playoffs ist die Saison des HC Lugano im Viertelfinal schnellstmöglich zu Ende gegangen. Gegen die ZSC Lions gelang den Tessinern kein einziger Sieg, am Freitagabend wurde der «Sweep» vor heimischem Publikum Tatsache.
Bei Lugano-Sportchef Janick Steinmann sass die Enttäuschung nach dem Ausscheiden tief. Auch, weil sich die «Bianconeri» nicht allzu viel vorwerfen konnten. An ZSC-Keeper Simon Hrubec gab es schlicht kein Vorbeikommen. Und Denis Malgin war einmal mehr nicht unter Kontrolle zu bringen. «0:4 sieht bitter aus. Das haben wir nicht verdient», lautet Steinmanns Fazit.
Während sich bei den Zürchern die Schlüsselspieler in absoluter Topform präsentieren, sind sie bei Lugano in den Playoffs abgetaucht. Captain Calvin Thürkauf tat sich in Sachen Scoring ebenso schwer wie Dario Simion oder Zach Sanford. Auch Verteidiger wie Santeri Alatalo oder Mirco Müller erreichten nicht mehr ihr gewohntes Niveau.
Turnaround geschafft
Luganos Playoff-Bilanz der letzten Jahre ist insgesamt ernüchternd: Seit dem verlorenen Final gegen den ZSC vor 8 Jahren haben die Tessiner keine Serie mehr gewonnen. Dass Steinmann trotzdem von «einem Riesenschritt in die richtige Richtung» spricht, hat seine Gründe.
Wir sind die ganze Saison als Team aufgetreten.
Noch vor einem Jahr musste Lugano den Gang in die Playouts antreten, wo man sich nach 0:2-Rückstand gegen Ajoie doch noch durchsetzte. In dieser Saison verlor Lugano sieben der ersten 8 Spiele – die Negativspirale drohte sich fortzusetzen. Doch im Tessin brach keine Panik aus.
Der im Sommer verpflichtete schwedische Trainer Tomas Mitell blieb ebenso ruhig wie Sportchef Steinmann. Tatsächlich schafften die Luganesi den Turnaround. «Wir sind die ganze Saison als Team aufgetreten», strich Steinmann den für ihn entscheidenden Faktor heraus.
Mit nur zwei Punkten Rückstand auf das drittplatzierte Genf hatte Lugano die Qualifikation auf dem 5. Platz abgeschlossen. Dass der Gegner in den Viertelfinals dann ausgerechnet ZSC Lions hiess, kann in diesem Fall vielleicht auch als eine Art fehlendes Wettkampfglück bezeichnet werden.