- Die Schweiz bezwingt Ungarn an der Heim-WM in Zürich erwartungsgemäss deutlich mit 9:0.
- Roman Josi trifft innert nur 4:45 Minuten dreifach und stellt einen WM-Rekord auf.
- Am Dienstag spielt die Schweiz um 20:20 Uhr gegen Finnland um Platz 1 in der Gruppe A.
Der Moment wird kommen, an dem Roman Josi seine Schlittschuhe an den Nagel hängen und seine glanzvolle Karriere beenden wird. Aber dieser Moment ist zum Glück noch nicht da. Am Samstag in Zürich stellte Josi einmal mehr unter Beweis, was er auch im Alter von 35 Jahren noch alles auf dem Kasten hat.
Zweimal Handgelenk, einmal Slap
Es benötigte die individuelle Klasse des Nashville-Captains, um die Schweizer gegen Ungarn auf Betriebstemperatur zu bringen. Zwar erspielte sich die Nati gleich zu Beginn zwei Topchancen, welche Attilio Biasca und Nino Niederreiter nicht verwerten konnten. Im Anschluss agierte das Cadieux-Team aber zu wenig geradlinig und tat sich gegen kompakt stehende Ungarn schwer.
Doch nachdem Niederreiters vermeintliches 1:0 in der 14. Minute nach einer Coach's Challenge wegen Abseits einkassiert worden war, begann die grosse Josi-Show:
- 19. Minute: Von Ken Jäger angespielt, verzögert Josi geschickt den Schuss und entledigt sich so des letzten ungarischen Verteidigers. Als die Bahn frei ist, erwischt der NHL-Star Goalie Adam Vay zwischen den Schonern – 1:0.
- 21. Minute: Das Mitteldrittel hat soeben erst begonnen, da tanzt Josi Ronald Kiss aus und erhöht mit einem satten Handgelenkschuss – 2:0.
- 23. Minute: Calvin Thürkauf kehrt von der Strafbank zurück und die Nati kommt zu einer kurzen Überzahlsituation. Die Schweizer installieren sich sofort in der gegnerischen Zone. Nico Hischier legt auf für Josi, der mit einem harten Slapshot einnetzt – 3:0.
Für seinen Hattrick benötigte Josi gerade einmal 4 Minuten und 45 Sekunden – schneller glückte ein Dreierpack an einer A-WM bisher noch niemandem.
Ungarn auf verlorenem Posten
Den ungarischen Aussenseitern ging es fortan fast pausenlos zu schnell. Nach Spielmitte legten die Schweizer innert gut vier Minuten noch drei weitere Treffer durch Timo Meier (32.), Denis Malgin (34.) und Thürkauf (36.) nach. Noch vor der zweiten Pausensirene reihte sich im Powerplay mit dem 7:0 auch Sven Andrighetto unter die Torschützen (40.). Der ZSC-Stürmer traf von seiner Lieblingsposition aus auf der rechten Seite mit einem Direktschuss via Innenpfosten.
Zwar konnte die Schweiz das «Stängeli» aus dem Vorjahr an der WM in Herning gegen Ungarn in Zürich nicht wiederholen, viel fehlte jedoch nicht. Malgin (53.) und Simon Knak (56.) sorgten im Schlussdrittel für den 9:0-Endstand.
So geht's weiter
Nach sechs von sieben Vorrundenspielen steht die Schweiz mit dem Punktemaximum und einem Torverhältnis von 35:5 da. Und doch ist der Kampf um Platz 1 in der Gruppe noch nicht entschieden.
Das liegt an den Finnen, die ebenfalls noch keinen einzigen Zähler abgegeben haben. Damit kommt es am Dienstag um 20:20 Uhr zum «Final» um Rang 1 in der Gruppe A und die vermeintlich beste Ausgangslage für den Viertelfinal am Donnerstag.