Der Schweizer Stürmer Timo Meier wird an der Eishockey-WM in Zürich für den Halbfinal gegen Norwegen am Samstag gesperrt. Grund ist ein Check gegen das Knie im Viertelfinal gegen Schweden. Meier war am Donnerstag mit einer Zweiminuten-Strafe davongekommen. Nun wurde der Stürmer der New Jersey Devils nachträglich von der Disziplinarkommission des internationalen Verbandes IIHF für ein Spiel gesperrt.
Es lief im Spiel gegen Schweden die 35. Minute – die Schweiz war durch Denis Malgin kurz zuvor 2:1 in Führung gegangen – als es in der neutralen Zone schepperte. Meier checkte Oskar Sundqvist auf offenem Eis mit voller Wucht.
Dabei traf der Nati-Stürmer den Schweden nicht nur am Oberkörper, sondern vor allem auch am Knie. Sundqvist blieb auf dem Eis liegen und konnte dieses im Anschluss nur gestützt durch zwei Teamkollegen verlassen. In schwedischen Medien waren nach dem Spiel Bilder zu sehen, auf denen Sundqvist das Stadion im Rollstuhl verliess.
Verzicht auf Video-Konsultation
Die beiden finnischen Headschiedsrichter, Riku Brander und Mikko Kaukokari, sprachen nach kurzer Besprechung «nur» eine kleine Strafe gegen Meier aus. Damit nahmen sie sich auch die Chance, die Szene nochmals in Ruhe auf dem Bildschirm zu analysieren und erst danach final zu urteilen. Diese Möglichkeit hätten die Unparteiischen dann gehabt, wenn sie auf dem Eis eine 5-Minuten-Strafe ausgesprochen hätten.
Weil Albert Johansson seinen Teamkollegen Sundqvist unmittelbar nach Meiers Check rächen wollte und den Schweizer mit einem Cross-Check gegen den Nacken niederstreckte, kassierte auch Schweden eine kleine Strafe. Summa summarum wurde die Partie mit 5-gegen-5 fortgesetzt.
Harsche Kritik der Schweden
Der Check von Meier und das Verdikt der Schiedsrichter sorgten im Lager der Schweden im Nachgang des Viertelfinals für riesigen Unmut. Jonas Andersson, ehemaliger schwedischer Nationalspieler und aktueller TV-Experte beim Sender SVT, sprach von einem «Schiedsrichter-Skandal».
Und weiter: «Es ist komplett absurd, dass es keine Matchstrafe gegen Meier gab. Er muss nun gesperrt werden, selbst wenn das Schweden nun nichts mehr bringt.» Dieser Forderung kam der internationale Eishockey-Verband nun nach.
Auch die schwedischen Akteure aus dem aktuellen WM-Kader hielten sich in der Mixed Zone nach der Partie nicht zurück: «Die Aktion von Meier war unglaublich hässlich und die Schiedsrichter waren feige. Sie trauten sich aufgrund des Heimpublikums nicht, noch eine zweite Matchstrafe auszusprechen», zitiert Aftonbladet Top-Talent Ivar Stenberg. Im Startdrittel war Dean Kukan für ein Foul an ebendiesem Stenberg schon unter die Dusche geschickt worden.
In den sozialen Medien eskalierte die Debatte rund um den Meier-Check komplett. In den Kommentarspalten ging es so weit, dass sogar Morddrohungen gegen den «Übeltäter» ausgesprochen wurden.
Meier selbst äusserte sich am Donnerstagabend nach dem Halbfinal-Einzug nicht gegenüber den Medien. Bereits während des Schlussdrittels informierte Swiss Ice Hockey, dass der 29-Jährige für Interviews nicht zur Verfügung stehen werde.
Der Grund für diese Massnahme muss jedoch nicht zwingend im Check gegen Sundqvist liegen. Meier erreichte am Donnerstag vor dem Spiel noch eine Hiobsbotschaft. Claude Lemieux, sein Agent, verstarb im Alter von 60 Jahren. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen nahm sich der vierfache Stanley-Cup-Sieger das Leben.