Wie bitter ist das denn: Die Schweiz steht zum dritten Mal in Folge in einem WM-Final – und zum dritten Mal in Folge muss sich die Nati knapp geschlagen geben. Nicht einen Treffer haben die Schweizer in diesen drei Finals zustande gebracht. Nach Stockholm (2025) und Prag (2024) müssen sich die Nati-Stars wiederum mit einer grossen Enttäuschung abfinden. Gold vor Augen an der Heim-WM, Silber ist es geworden – viel bitterer geht es wohl nicht.
Es tut mir wirklich leid für die Spieler, die Fans und alle Leute hier. Die Spieler haben alles gegeben, sie können mit erhobenem Haupt das Turnier verlassen, auch wenn es sehr weh tut und noch eine Weile weh tun wird.
Das sind die Schweizer Stimmen nach der 0:1-Niederlage in der Verlängerung gegen Finnland:
- Trainer Jan Cadieux: «Am Ende fehlt uns wieder ein Tor. Es ist eine grosse Frustration. Es ist schade, dass wir unser Eishockey nicht von Anfang an spielen konnten. Die Nervosität hat uns etwas gehemmt. Die ersten 30 Minuten waren hart, wir haben nicht unser Eishockey gespielt. Es tut mir wirklich leid für die Spieler, die Fans und alle Leute hier. Die Spieler haben alles gegeben, sie können mit erhobenem Haupt das Turnier verlassen, auch wenn es sehr weh tut und noch eine Weile weh tun wird. Ich bin stolz auf diese Spieler, das ist, was ich ihnen sagen werde.»
- Captain Roman Josi: «Die Enttäuschung ist riesig. Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt, dass wir den Titel daheim holen können. Ich kann mir nicht erklären, wieso es nicht klappen will. Es ist eine rechte Leere jetzt. Das erste Drittel war sicher nicht so gut. Wir haben nach dem ersten Drittel gesagt, dass wir aktiver spielen müssen. Im zweiten Drittel waren wir gut. Das dritte Drittel war ausgeglichen. In der Verlängerung weiss man nie, was passiert. Leo (Genoni) war unglaublich. Wir müssen einen Weg finden, das Tor zu schiessen.»
- Torhüter Leonardo Genoni: «Ich habe wirklich geglaubt, dass wir gewinnen. Wir haben einen unglaublich guten Match gespielt und waren nahe dran. Im Moment tut es sehr, sehr fest weh. Ich bin aber trotzdem extrem dankbar für die Eindrücke, die ich sammeln konnte. Ich durfte eine Heim-WM spielen vor wunderbaren Zuschauern. Es war beste Werbung für das Eishockey.»
- Stürmer Nino Niederreiter: «Wir waren jetzt ein paar Mal im Final – und haben keine Wege gefunden, um Tore zu schiessen. Es ist bitter. Jeder einzelne Spieler wollte sicher das Tor schiessen. Der Wille war sicher da, wir haben alles versucht. Vielleicht hat die Coolness gefehlt, es ist schwierig, das jetzt zu analysieren. Momentan gibt es einfach eine grosse Leere. Die Mission Gold lebt weiter, man gibt nicht auf, bis man sie hat. Aber die Jahre sind auch gezählt, vor allem für mich. Es ist bitter, zum fünften Mal zu verlieren.»
- Nati-Direktor Lars Weibel: «Es war ein schwieriges Spiel. Die Finnen haben wie erwartet sehr gut gespielt. Ich hatte das Gefühl, je länger das Spiel dauert, desto eher könnte es auf unsere Seite kippen. Wir haben es nicht geschafft, das Spiel früher zu entscheiden. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und am Schluss hat uns vielleicht auch ein bisschen das Glück gefehlt.»