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86 Tage vor Turnierstart Iran, Immigration, Kartelle – die Fragezeichen vor der WM

Die WM wirft ihre Schatten voraus. 86 Tage vor dem Eröffnungsspiel bestehen noch etliche Baustellen – vom Iran über Steuern bis zum TV-Werbeverbot in der Nacht.

Drei Tiermaskottchen neben Empire State Building Modell.
Legende: Der Adler schert aus Bild mit Symbolkraft? Das kanadische Maskottchen Maple und sein mexikanisches Pendant Zayu blicken überrascht zum Kollegen aus den USA. In Sachen Immigration und Steuern machen die Vereinigten Staaten auch an der WM ihr ganz eigenes Ding. Dann ist da auch noch der Iran-Krieg ... IMAGO / Brazil Photo Press

Die unsichere Weltlage beeinflusst auch die Fussball-WM, die erst in knapp drei Monaten beginnt und weit entfernt vom Brennpunkt im Nahen Osten stattfindet. Die meisten Baustellen sind allerdings hausgemacht. Eine Übersicht:

  • Iran: Sportlich den grössten Einfluss auf das Turnier hat, ob der Iran an der WM teilnimmt. Die Signale sind widersprüchlich. Sollte der Iran nicht teilnehmen, stellt sich die Frage seines Ersatzes. Dies könnte der Irak sein, der als letztes asiatisches Team die direkte Qualifikation verpasste, aber in zwei Wochen im interkontinentalen Playoff spielt. Das letzte Team, das gegen den Irak ausschied, waren die Vereinigten Arabischen Emirate.
  • Immigration: Manche Nationalteams dürften ohne Fans aus der Heimat antreten müssen. Gegen die Bürger diverser Länder, darunter die WM-Teilnehmer Iran, Haiti, Elfenbeinküste und Senegal, gelten Einreisesperren. Die Teammitglieder wird dies nicht betreffen, andere Reisende aber schon. Auch die Reisen anderer Staatsangehöriger in die USA sind wegen möglicher Probleme an der Grenze zum Teil deutlich zurückgegangen.
  • Gewalt in Mexiko: Am 22. Februar töteten mexikanische Soldaten den Drogenboss Nemesio Cervantes («El Mencho»). Das Jalisco-Kartell revanchierte sich mit einer Welle der Gewalt. In Jaliscos Hauptstadt Guadalajara sind vier WM-Spiele geplant, Ende März Partien des interkontinentalen Playoffs. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, dass 100'000 Sicherheitsleute im Einsatz stehen werden.
  • Finanzen: Im Bostoner Vorort Foxborough wurde erst kurz vor der Deadline eine Lösung für die Kosten von 7,8 Mio. Dollar gefunden. Robert Kraft, Besitzer des Football-Teams New England Patriots und des Stadions, erklärte sich bereit, das Geld vorzuschiessen. Auch an anderen Spielorten besteht Unsicherheit über die Höhe und den Zeitpunkt der Auszahlung der Bundesbeiträge, die sich wegen des teilweisen Shutdowns von Regierungsbehörden verzögert.
  • Steuern: Es kam für den Schweizerischen Fussballverband als kleiner Schock. Im Unterschied zu Kanada und Mexiko müssen in den USA Steuern auf Fifa-Prämien bezahlt werden. Ausgerechnet in Kalifornien, wo die Nati zwei Gruppenspiele austrägt, sind diese besonders hoch. Bei den letzten WM-Endrunden resultierte für den SFV ein Gewinn von 1,5 bis 3 Mio. Franken. Nun droht die WM zu einem Verlustgeschäft zu werden, falls man vor den Achtelfinals ausscheidet.
  • Spiele in der Nacht: Zum Leidwesen der Fans in Europa werden «nur» 36 der insgesamt 104 Matches in der grössten Mittagshitze zwischen 12 und 15 Uhr Lokalzeit angepfiffen. Das bedeutet mehr Partien in der Nacht, bis 6 Uhr morgens Schweizer Zeit. Das dürfte auf die Einschaltquoten drücken. Die Schweizer Fans haben mit allen drei Gruppenspielen um 21 Uhr Glück.

WM 2026

SRF zwei, Sportpanorama, 8.3.26, 18 Uhr ; 

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