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Asien Cup in Australien Irans Fussball-Frauen: Grosse Träume inmitten des Krieges

Beim laufenden Asien Cup spielen auch Irans Fussballerinnen mit – trotz des Krieges in ihrer Heimat.

Frauen-Fussballteam auf der Bank mit pinken Westen, lächelnd.
Legende: Wollen ihren Traum verwriklichen Die Iranerinnen spielen in Australien um ein Ticket für die WM 2027 in Brasilien. Reuters/DAVE HUNT

In ihrer Heimat tobt ein schrecklicher Krieg – in Australien wollen Irans Fussballerinnen ihren Traum verwirklichen. Die Iranerinnen nehmen derzeit am Asien Cup teil. Selbst unter normalen Umständen wäre die Teilnahme von Irans Fussball-Frauen bei der Asienmeisterschaft in Australien schon etwas Besonders, doch nach dem Ausbruchs des Krieges in der Heimat ist die Aufmerksamkeit noch einmal grösser geworden.

Es ist eine schwierige Situation, und es ist wirklich mutig von ihnen, hier zu sein und anzutreten.
Autor: Amy Sayer Spielerin Australien

Das Team war wenige Tage vor dem Start der Angriffe nach Australien gereist, mittlerweile bereitet es sich auf das zweite Gruppenspiel gegen die Gastgeberinnen vor – während zu Hause im Iran nach dem Tod von Ayatollah Ali Chamenei 40 Tage Staatstrauer angeordnet wurden und Freunde und Familien in Gefahr sind.

«Es ist eine schwierige Situation, und es ist wirklich mutig von ihnen, hier zu sein und anzutreten», sagte die Australierin Amy Sayer mit Blick auf die Partie gegen den Iran am Donnerstag. «Unser Mitgefühl gilt ihnen und ihren Familien.» Trotz der «aktuellen politischen Lage» und all «der Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben», hätte die iranische Mannschaft schon im ersten Gruppenspiel gegen Südkorea «eine wirklich starke Leistung gezeigt».

Stiller Protest bei der Hymne

Gegen Südkorea hatten die Iranerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Weder die Spielerinnen noch der Trainerstab sang mit. Die 0:3-Niederlage rückte angesichts der Eskalation im Nahen Osten in den Hintergrund. Auch einige Fans auf den Tribünen trugen den Protest mit. Auf Bildern war zu sehen, wie viele Anhänger Flaggen aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979 hochhielten.

Der Traum von der WM in Brasilien

Zum Krieg in der Heimat will – oder darf – Trainerin Marziyeh Jafari nichts sagen. «Ich glaube nicht, dass wir jetzt über dieses Thema sprechen sollten», meint sie und betont, dass das Turnier eine Chance sei, «das Potenzial der iranischen Frauen» zu zeigen. Nach dem Australien-Spiel steht für den Iran noch die Partie gegen die Philippinen an. Für den Traum von der WM in Brasilien muss mindestens die Qualifikation für den Viertelfinal her.

SRF 4 News aktuell, 2.3.2026, 16:40 Uhr ; 

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