Von einer «widerlich spielenden, zusammengekauften Truppe» hatte Imke Wübbenhorst vor zwei Jahren nach dem verlorenen Cupfinal gegen Servette Chênois gesprochen. Die YB-Trainerin gab damals zu, eine «schlechte Verliererin» zu sein.
Nun kommt es am Sonntag zur Reprise: Erneut messen sich die YB Frauen mit dem aktuell überragenden Leader der Women's Super League – und haben neben dem Cupsieg weiter ein Ziel: endlich gegen die Genferinnen zu gewinnen.
YB Frauen «giggerig» auf Premiere
Denn dieses Gefühl kennt das aktuelle Berner Kader nicht: In den letzten Saisons ging das Gros der Spiele gegen die Westschweizerinnen verloren. Aus insgesamt 26 Direktduellen in allen Wettbewerben konnte YB nur ein einziges gewinnen – dieses 1:0 datiert allerdings aus der Meisterschaftssaison 2019/20.
Die Favoritenrolle gehört eindeutig Servette – doch das interessiert die Bernerinnen wenig. «Im Cup ist es ein Spiel, da ist alles möglich», meint Laura Frey. Ihre Mittelfeld-Kollegin Noa Linn Münger gibt sich kämpferisch: «Es wird Zeit, sie endlich mal zu schlagen. Wir sind ‹giggerig›.»
Mit hohem Pressing zum Erfolg
Vor dem Showdown in Winterthur findet Wübbenhorst vor allem lobende Worte für den Gegner. «Sie sind sehr abgezockt und stark im Zweikampfverhalten», so die Deutsche.
Sie hat aber auch bereits Lösungsansätze, die souveräne Defensive der Genferinnen – in 17 Ligaspielen erst 4 Gegentore – zu knacken: «Wir wollen unser gutes Anlaufen beibehalten. Dann stehen sie vor Problemen. Sie sind sich nicht gewohnt, dass sie so hoch angelaufen werden.»
Extrazug-Premiere im Frauenfussball
Für den Jubiläumsfinal (50. Cup-Austragung) reisen die beiden Teams nach Winterthur. Die Bernerinnen bieten ihren Fans dabei eine Premiere: Erstmals überhaupt im Schweizer Frauenfussball kommt ein Extrazug zum Einsatz.
«YB hat damit ein Zeichen gesetzt», sagt Münger. Die 20-Jährige erwartet deshalb grosse Unterstützung auf der Schützenwiese. «Familien und Freunde werden da sein – das gibt noch Extramotivation.»