Auch wenn Servette als Favorit ins Endspiel gegangen war, hatte sich YB Chancen auf den ersten Titelgewinn im Schweizer Cup seit 2001 (den 16. der Klubgeschichte) ausgerechnet. Dass der Frust im Berner Lager nach der 0:1-Niederlage in Winterthur umso grösser ist, kann man nachvollziehen. Denn YB war dank einer kämpferischen Einstellung auf Augenhöhe mit den Genferinnen.
Weitere Stimmen aus dem YB-Lager
YB-Coach Imke Wübbenhorst haderte: «Wir hatten es mehr verdient. Die Mädels haben den Matchplan gut umgesetzt und genau das gemacht, was wir wollten, sind in die Duelle gegangen und haben den Gegner aussen gelassen.»
Wübbenhorst zeigt sich versöhnlich
Allerdings zollte die Deutsche Servette auch Respekt. Die Truppe vom Lac Léman sei ein Spitzenteam. «Sie machen aus nichts ein Tor.» Und so ein «doofes Gegentor» passiere Servette eben nicht. «Daher stehen sie auch dort, wo sie stehen», so Wübbenhorst.
Ganz so versöhnlich hatte sich die 37-Jährige nach der Cupfinal-Niederlage 2024 nicht geäussert. «Gegen eine widerlich spielende, zusammengekaufte Truppe verliert man nicht gerne», hatte sie damals gegiftelt. Im SRF-Interview entschuldigte sich Wübbenhorst nun erneut für diese Aussage: «Ich war damals schwanger und wusste es nicht. Da haben wohl die Hormone verrückt gespielt.»
YB und die Horror-Bilanz gegen Servette
Servette bleibt der absolute Angstgegner der Bernerinnen. Von den letzten 20 Spielen konnten sie keines gewinnen. In der laufenden Meisterschaft gingen beide Partien verloren. Für YB, das im August 2019 letztmals gegen Servette gewann, und Wübbenhorst (kein Sieg in 12 Anläufen) geht das Warten also weiter. Wübbenhorsts Vertrag ist noch bis 2028 gültig. Sie hat also noch etwas Zeit, um diesen Makel aus der Welt zu schaffen.
Nur allzu gerne hätte die YB-Delegation den Pokal nach Bern mitgenommen und eine Freinacht gefeiert. «Der sieht echt schön aus, den hätten wir gerne mitgenommen», sagte Wübbenhorst. Anlässlich der 50. Austragung des Cupfinals liess der SFV eine neue Trophäe anfertigen. Mit ihrem Design würdige diese gemäss dem Fussball-Verband die traditionsreiche Geschichte und verbindende Kraft des Wettbewerbs und stehe gleichzeitig für die dynamische Entwicklung des Frauenfussballs.