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Beste Spielerin im Letzigrund Schertenleib ist mit 19 Jahren zur Leaderin gereift

Beim 3:1 der Schweiz in der WM-Qualifikation gegen die Türkei war die Barcelona-Akteurin bei der Nati die Schaltzentrale.

Es gab eine Zeit im Schweizer Nationalteam der Frauen, da lautete die Formel: Spielt Lia Wälti gut, spielt auch die Nati gut – und umgekehrt. Viele Jahre war die Ausnahmekönnerin im Mittelfeld Dreh- und Angelpunkt im Schweizer Spiel. Die 32-jährige langjährige Arsenal-Spielerin (heute Juventus) zog die Fäden, eroberte Bälle und leitete Angriffe ein. Erwischte Wälti für einmal einen schlechten Tag, lief im Schweizer Spiel nicht viel.

In der WM-Quali beim 3:1-Heimsieg gegen die Türkei zeigte Wälti einen für ihre Verhältnisse bescheidenen Auftritt. Musste man sich deshalb Sorgen um die Schweiz machen? Die Antwort lautete: nein. Und das lag an Sydney Schertenleib.

Schnell, trickreich, umsichtig

Das 19-jährige Barcelona-Juwel zeigte eine formidable Leistung, war überall auf dem Platz anzutreffen und leitete das Schweizer Spiel. Ihr im Letzigrund zuzuschauen, war eine Augenweide. Schertenleib schüttelte ihre Gegenspielerinnen mit raumgreifenden Schritten ab wie lästige Fliegen, setzte sich mit ihrer feinen Technik regelmässig im Eins-gegen-Eins durch und setzte die Teamkolleginnen uneigennützig in Szene.

Sie war die Beste auf dem Platz.
Autor: Rafel Navarro Nati-Trainer

SRF-Frauenfussball-Expertin Rachel Rinast nannte Schertenleib die «mit Abstand beste Spielerin». Auch Nati-Trainer Rafel Navarro, der mit der Teenagerin schon in Barcelona zusammengearbeitet hatte, sagte: «Sie hat sehr gut gespielt und war die Beste auf dem Platz.» Vielleicht sahen die gut 12'000 Fans am Dienstagabend gar die beste Schertenleib überhaupt im Nati-Dress.

Unter Navarro blüht sie auf

Schertenleib ist eine Spielerin, die wie gemacht ist für den Fussball, den Navarro spielen lassen will. Sie ist technisch versiert und hat eine hohe Spielintelligenz. Attribute, die sie in Barcelona, beim derzeit wohl besten Team Europas, viele Spielminuten sammeln lässt. «Im Klub habe ich eine andere Rolle als in der Nati, wo ich führen kann», sagte Schertenleib.

Sie muss nicht das Land oder das Team retten.
Autor: Rafel Navarro Nati-Trainer

Unter Navarro blüht sie auf. «Sie will dem Team helfen, will eine Leaderin sein. Heute war sie eine Leaderin», sagte der Spanier am Dienstagabend. Der 40-Jährige ist drauf und dran, den Rohdiamanten zu schleifen. Gleichzeitig nimmt Navarro Druck von seiner Ausnahmespielerin. «Sie muss nicht das Land oder das Team retten. Sie ist noch jung und hat noch viel Zeit», betonte er.

Am Samstagabend kann Schertenleib beim «Rückspiel» in der Türkei ihre Wichtigkeit für die Schweiz das nächste Mal untermauern. Vielleicht klappt es dann in ihrem 25. Nati-Einsatz auch wieder mit einem persönlichen Treffer. Dieser blieb der Zürcherin nämlich im Letzigrund verwehrt. Es war das einzige Manko.

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SRF zwei, sportlive, 14.4.26, 19:00 Uhr ; 

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