Am Dienstag hat die Nati den Start in die WM-Qualifikation für die Endrunde 2027 in Brasilien erfolgreich gestaltet. Das glanzlose 2:0 gegen Nordirland war allerdings nur der Auftakt in eine lange und schwierige Kampagne. Denn selbst wenn die Schweiz ihre Pflicht erfüllt und die Gruppe 2 der Liga B gewinnt, warten danach noch mindestens 2 Playoff-Runden.
Damit der Weg nicht noch komplizierter wird und nach 2 erfolgreichen Playoff-Runden gar noch interkontinentale Playoffs anstehen, will sich das Team von Neo-Trainer Rafel Navarro nun eine möglichst gute Ausgangslage schaffen. Denn nicht nur der Gruppensieg ist entscheidend, sondern auch der Vergleich zu den übrigen Besten in der B-Liga – dabei kommt es auf die Punkte und wohl auch auf die Tordifferenz an.
Tore sollen her
Dies weiss natürlich auch Navarro: «Es ist wichtig, die Gruppe mit so vielen Punkten und Toren wie möglich abzuschliessen.» Dafür müsse man im Abschluss allerdings effizienter agieren als noch am Dienstag in Lausanne. Daran feile man aktuell in den letzten Trainings vor dem Spiel im Ta' Qali-Stadion in Attard.
Frankfurt-Legionärin Géraldine Reuteler sagt: «Wichtig sind der letzte Pass, die Flanken und der Abschluss, dies hat gegen Nordirland alles nicht so gut funktioniert. Am Samstag wollen wir das besser machen.» Dabei sei kein Problem, dass man bis vor wenigen Tagen kaum etwas über die Gegnerinnen wusste.
Malta hofft auf Bugeja
«Sie haben eine gute Stürmerin vorne, die die Bälle gut behaupten kann. Daher werden sie sicher mit vielen langen Bällen agieren», weiss Reuteler allerdings. Damit meint sie Haley Bugeja, die Star-Spielerin auf Seiten der Insulanerinnen. Die 21-Jährige stürmt bei Inter Mailand und ist mit 6 Treffern aktuell fünftbeste Torschützin der Serie A.
Trotzdem ist sich die Schweizer Mittelfeld-Akteurin sicher: «Wir werden viel den Ball haben und müssen die Gegnerinnen laufen lassen, dann werden wir zu unseren Chancen kommen.» Das liege der Nati grundsätzlich, zeigt sich die 26-Jährige optimistisch. Denn man habe ein technisch starkes Team mit viel Potenzial, das am Ball sehr stark sei.
Remis im letzten Duell
Doch dass Kantersiege gegen die deutlich schlechter klassierten Gruppengegner keine Selbstverständlichkeit sind, zeigte sich bereits am Dienstag. Auch gegen Malta, die aktuelle Weltnummer 88, hat die Schweiz bislang nur 2 der 4 Direktduelle gewonnen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Januar 2020 resultierte an selber Stätte ein 2:2. Allerdings trat die Nati im Testspiel damals nur mit Spielerinnen aus der heimischen Liga an.
Deutlich besser schnitten die Schweizerinnen in der Qualifikation für die WM 2015 ab. Auf dem Weg zur erstmaligen Endrunden-Teilnahme gewann die Nati auf Malta mit 5:0 und zuhause in Zug gelang beim 11:0 gar ein «Stängeli».
Navarro kündigt Startelf-Änderungen an
Ähnlich dürfte sich dies Navarro auch in den kommenden Begegnungen mit dem Inselstaat vorstellen. «Wir haben viele Videos von den Spielen der Malteserinnen aus dem letzten Jahr geschaut. Sie haben sehr guten Offensiv-Fussball gespielt. Am Dienstag beim 0:3 gegen die Türkei spielten sie aber passiver und direkter», erklärt der seit November amtende Trainer.
Ausserdem verrät er: «In der Startelf wird es wohl mehrere Änderungen geben.» Mindestens eine ist indes unvermeidlich, denn Julia Stierli hat die Reise auf die Mittelmeerinsel nach einer leichten Gehirnerschütterung nicht mitgemacht.