Seit Mai 2025 trägt Livia Peng im Frauen-Nationalteam den inoffiziellen Status als Nummer 1. Von den letzten 13 Spielen absolvierte die Torhüterin aus Chur deren 12. Nur beim Testspiel gegen Wales (2:3) Anfang Dezember nahm sie auf der Bank Platz. Bei der Heim-EURO hatte Peng überzeugen können, glänzte vor allem im Viertelfinal gegen die späteren Europameisterinnen aus Spanien (0:2).
Ob Peng auch bei den wegweisenden WM-Quali-Spielen gegen die Türkei (14.4. in Zürich/18.4. in Sinop) zwischen den Pfosten stehen darf, weiss sie allerdings noch nicht. Sie habe mit Trainer Rafel Navarro und Goalie-Trainerin Nadine Angerer noch nicht darüber gesprochen, sagt die 24-Jährige.
Herzog hat die meiste Spielpraxis
Seit Mittwoch ist die Frauen-Nati wieder beisammen. Den Auftakt machte ein öffentliches Training neben dem Letzigrund bei besten äusseren Bedingungen. Neben Peng wurden von Navarro Elvira Herzog und Nadine Böhi aufgeboten – es ist das gleiche Goalie-Trio wie bei der Heim-EM. Peng darf sich gute Chancen ausrechnen, auch gegen die Türkei von Beginn an aufzulaufen. Die ersten beiden WM-Quali-Partien gegen Nordirland (2:0) und Malta (4:1) mit Peng im Tor wurden gewonnen – auch wenn sich die Chelsea-Torfrau nicht gross auszeichnen konnte.
Zusammen mit Böhi hat Peng gegenüber Herzog aber einen entscheidenden Nachteil: die mangelnde Spielpraxis. Während Herzog bei RB Leipzig in der Bundesliga die unangefochtene Stammkeeperin ist, kommen Böhi bei Union Berlin und Peng bei Chelsea kaum zum Zug. Böhi durfte zumindest in den letzten beiden Bundesliga-Partien mal wieder über die volle Distanz ran – und wusste gegen Werder Bremen (4:1) prompt zu brillieren.
Peng bei Chelsea klare Nummer 2
Peng hingegen hat im Jahr 2026 noch kein Spiel für Chelsea bestritten. Ihren letzten Einsatz hatte sie am 21. Dezember im League Cup gegen Liverpool (9:1). Seitdem gab es an der englischen Nationaltorhüterin Hannah Hampton kein Vorbeikommen mehr.
«Es war nicht immer einfach in den letzten Wochen», erklärt Peng. «Doch ich probiere es positiv zu sehen. Ich weiss, dass ich Geduld haben muss – auch wenn das nicht meine grösste Stärke ist. Es ist ein grosser Traum von mir, bei Chelsea die Nummer 1 zu sein. Dafür trainiere ich jeden Tag.»
Den Faktor Spass stellt Peng klar in den Vordergrund. Auch wenn der Bündnerin der Spiel-Rhythmus derzeit fehlt, meint sie: «Ich kann das mental ganz gut einschätzen und möchte einfach Freude haben, wenn ich spiele. Das gibt mir den Antrieb.»