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Infantino im Visier der Justiz
Aus sportflash vom 30.07.2020.
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Affäre um Bundesanwalt Lauber Strafverfahren gegen Fifa-Boss Infantino

Wegen Verwicklungen des Fifa-Präsidenten in die Justizaffäre um Bundesanwalt Lauber eröffnet die Bundesanwaltschaft ein Verfahren.

In dem von der Schweizer Bundesanwaltschaft eröffneten Verfahren geht es um drei nicht protokollierte Geheimtreffen zwischen Bundesanwalt Michael Lauber und Fifa-Präsident Gianni Infantino, die 2016 und 2017 stattgefunden haben.

Die Treffen mit dem Bundesanwalt sollten zur lückenlosen Aufklärung beitragen.
Autor: Gianni Infantino

Die Treffen sollen auf Wunsch Infantinos arrangiert worden sein – Lauber hatte zu diesem Zeitpunkt aber mehrere Verfahren im Bereich des Weltfussballs geleitet. Dazu gehörte unter anderem jenes um die WM-Vergabe 2006 nach Deutschland, das Ende April wegen Verjährung eingestellt wurde.

Infantino droht die Suspendierung

«Die Treffen mit dem Bundesanwalt sollten zur lückenlosen Aufklärung beitragen», sagte Infantino in einer Stellungnahme der Fifa. Und: «Zum damaligen Zeitpunkt waren über 20 Verfahren gegen ehemalige Fifa-Mitglieder anhängig. Dieser wesentlichen Aufklärungspflicht auch im Sinne der Fifa bin ich nachgekommen und werde dies auch weiter tun.»

Lauber hat seinen Rücktritt für Ende Januar 2021 eingereicht. Wegen ausstehender Urlaubsansprüche will er seinen Posten allerdings bereits Ende August räumen.

Ergeht es Infantino wie Blatter?

Für Infantino wird die Luft immer dünner. Falls die Fifa-Ethikkommission ihrer Linie treu bleibt, droht dem 50-Jährigen eine Suspendierung. So hatte das Gremium jedenfalls 2015 bei Infantinos Vorgänger Joseph S. Blatter und dem früheren Uefa-Chef Michel Platini reagiert, nachdem ein Strafverfahren gegen Blatter wegen einer Fifa-Zahlung an Platini eingeleitet worden war.

«Fifa-Offizielle haben sich mit Justizbehörden in anderen Rechtssystemen auf der ganzen Welt getroffen, und dies stellte nie ein Problem dar», verteidigt sich Infantino. In den USA habe diese Zusammenarbeit «zu über 40 strafrechtlichen Verurteilungen geführt», so Infantino. Dementsprechend unterstütze er den Justizprozess «weiterhin voll und ganz» und werde mit den Behörden kooperieren.

Staatsanwalt belastet Infantino

Das sieht der eigens eingesetzte ausserordentliche Staatsanwalt Stefan Keller anders. «Er kommt zum Schluss, dass im Zusammenhang mit den Treffen von Bundesanwalt Michael Lauber mit dem Fifa-Präsidenten und dem Walliser Oberstaatsanwalt [Rinaldo Arnold] Anzeichen für ein strafbares Verhalten bestehen», heisst es in der Erklärung der Schweizer Justiz.

Es gehe dabei «um Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Begünstigung und die Anstiftung zu diesen Tatbeständen. Weitere Straftatbestände und Verfahrenseröffnungen bleiben vorbehalten».

Radio SRF 3: 30.07.2020. 17:00 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Kim Hansson  (Freddy Tobler)
    Zitat "Für Infantino wird die Luft immer dünner. Falls die Fifa-Ethikkommission ihrer Linie treu bleibt, droht dem 50-Jährigen eine Suspendierung." Wieso nur Suspendierung?! Jeder Durchschnittsbürger käme für vergleichbare Straftaten nicht so einfach davon. Gleiches gilt auch für Blatter, Lauber und Co. Bestechung und Betrug bei internationalen Grossanlässen (wo zeitgleich politische Ziele unter der Ablenkung durch gewunken wurden) ist kein Bagatelldelikt. Ein Freiheitsstrafe wäre angemessen.
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  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Nicht neues aus dem Fifa Lager.. Wer hat dort eigentlich nicht Dreck am stecken?
    Man kann nur mutmassen.. Schlimm und sehr schlecht für den Fussball! Wirft einen düsteren Schatten auf die schönste Nebensache der Welt.. Siehe Wm in Qatar.. Traurige Realität dass man mit Geld eine Wm kaufen kann!
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  • Kommentar von Phaisto Siva  (Volcanos1886)
    Super für den Fussball! Der Machtkampf innerhalb der FIFA, den Infantino dank der Kontakte zu den "Justizbehörden anderer Rechtssysteme" gewonnen hat, geht weiter. Jetzt wird der nächste Korruptionsfall im Fussball bekannt und hoffentlich wird Infantino (wie Blatter) suspendiert und aus dem Fussball verbannt. Und obwohl dies nur die Spitze des Eisbergs ist und jedermann weiss das (fast) alle Fussballfunktionäre korrupt sind, hat es so lange gedauert bis nun auch gegen Infantino ermittelt wird.
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    1. Antwort von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
      Machtkampf FIFA? Sie meinen Machtkampf unter Kantonscopain. Nirgends wird gevettert wie im Kanton mit 13 Sternen. Das beginnt im Tourbillon und verlagert sich Flussaufwärts in viele Täler.
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