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Fifa-Präsident Infantino gerät wegen Lauber-Affäre ins Zwielicht
Aus Info 3 vom 30.07.2020.
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Es gärt in der Lauber-Affäre «Infantino könnte Verlierer dieser Entwicklungen sein»

Der Bundesanwalt und der Fifa-Chef geraten in den Fokus der Justiz. Die Politik blickt auch auf Gianni Infantino.

Am Anfang dieser Geschichte stehen die ominösen Treffen zwischen Bundesanwalt Michael Lauber und Fifa-Chef Gianni Infantino. Die beiden protokollierten diese Treffen nicht und an eines können sie sich auch nicht erinnern. Deshalb reichten vier Bürger Strafanzeigen gegen die beiden ein.

Heute nun gab der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, der diese Strafanzeigen überprüfte, bekannt, er beantrage die Immunität von Bundesanwalt Lauber aufzuheben und er eröffne ein Strafverfahren gegen Fifa-Chef Infantino und dessen Rechtsberater. Es geht dabei um Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Begünstigung sowie Anstiftung zu diesen Tatbeständen.

Entscheiden über Laubers Immunität muss das Parlament. Im Ständerat kümmert sich die Rechtskommission darum. FDP-Ständerat Andrea Caroni gab in letzter Zeit oft Auskunft zur Causa Lauber, weil er sich als Präsident der Gerichtskommission an vorderster Front um diesen Fall kümmert.

Nach heutigem Wissensstand bin ich der Meinung, dass man Laubers Immunität aufheben sollte, damit die Untersuchung ihren Gang nehmen kann.
Autor: Andrea CaroniStänderat (FDP/AR)

Aber Caroni ist auch Mitglied der ständerätlichen Rechtskommission, und als solcher sagt er: «Nach heutigem Wissensstand bin ich der Meinung, dass man Laubers Immunität aufheben sollte, damit die Untersuchung ihren Gang nehmen kann. Sonst wird man nie wissen, ob etwas Strafbares vorgefallen ist oder nicht.»

Vorzeitige Freistellung möglich

Sollte auch das Parlament dieser Meinung sein, könnte der ausserordentliche Staatsanwalt ein Strafverfahren gegen Lauber eröffnen. Dann stellt sich die Frage, ob Lauber nicht per sofort frei gestellt werden müsste. «Wenn die beiden zuständigen Kommissionen im Parlament die Immunität aufheben sollten, können sie der Bundesversammlung beantragen, dass man Herrn Lauber freistellt.»

Lauber selber lässt in einem dürren Communiqué lediglich ausrichten, er nehme von all dem Kenntnis und werde sich gegenüber den zuständigen Gremien äussern.

Wie bei Blatter, so bei Infantino?

Auch CVP-Präsident Gerhard Pfister will sich nicht zu Laubers Immunität äussern. Er ist Mitglied der nationalrätlichen Kommission, die sich um dessen Immunität kümmert. Stattdessen lenkt er auf den Blick auf den zweiten Protagonisten des heutigen Tages, auf Fifa-Chef Gianni Infantino, der ein Strafverfahren am Hals hat.

CVP-Präsident Gerhard Pfister.
Legende: Einst hatte Gianni Infantino Sepp Blatter als Fifa-Präsidenten für untragbar befunden. Muss er sich nun an den gleichen Massstäben messen lassen? CVP-Präsident Pfister macht entsprechende Gedankenspiele. Keystone

Pfister sagt: «Wenn dieselben Regeln für Herrn Infantino gelten, wie er sie gegenüber seinem Vorgänger Herrn Blatter angewendet hat – dann könnte Herr Infantino der Verlierer aus diesen Entwicklungen sein.» Er müsste dann von der Ethikkomission der Fifa suspendiert werden, so Pfister weiter: «Es würde sich dann die Frage stellen, ob er auch noch als Fifa-Präsident tragbar ist. Genauso, wie er es gegenüber seinem Vorgänger ins Feld geführt hat.»

Ethik-Untersuchung wäre angezeigt

Tatsächlich: Wenn ein Strafverfahren gegen einen Fifa-Funktionär eröffnet wird, muss die Fifa selber eine eigene Ethik-Untersuchung ansetzen. Diese kann dann den Angeschuldigten vorübergehend suspendieren. So geschehen bei Infantinos Vorgänger Josef Blatter. Was ihn dann schlussendlich das Amt kostete.

Fifa nimmt Eröffnung des Strafverfahrens zur Kenntnis

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Der Weltfussballverband Fifa lässt in einer Erklärung mitteilen, dass er die Entscheidung des ausserordentlichen Bundesanwalts zur Eröffnung des Strafverfahrens zur Kenntnis nehme.

Fifa-Präsident Gianni Infantino lässt sich in der Mitteilung zudem folgendermassen zitieren: «Ein Treffen mit dem Bundesanwalt der Schweiz ist völlig legitim und völlig legal. Es ist keine Verletzung von irgendetwas. Im Gegenteil, es gehört auch zu den treuhänderischen Pflichten des Fifa-Präsidenten.» Das Treffen mit dem Bundesanwalt sollte zur lückenlosen Aufklärung beitragen. Zum damaligen Zeitpunkt seien über zwanzig Verfahren gegen ehemalige Fifa-Mitglieder anhängig gewesen, so Infantino in der Mitteilung.

Insider meinen, es gebe gute Gründe, nun auch Infantino freizustellen, weil er die Reputation der Fifa beschädige. Insofern könnte er der zweite grosse Verlierer dieser Geschichte sein.

Video
Bundesanwalt Lauber hört Ende August auf
Aus Tagesschau vom 29.07.2020.
abspielen

Echo der Zeit vom 30.07.2020

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Ich hoffe, dass dieser Herr Infantino jetzt gefeuert wird. Er ist schlimmer als sein Vorgänger Blatter. Habe null Verständnis und es würde mich nicht wundern, dass die FIFA Zürich verlässt. Irgendwann reicht es. Schade.
  • Kommentar von Roman Kellermeister  (rkellermeister)
    ... „ im Westen nichts Neues“ ist auch „in der Bundesanwaltschaft und in der FIFA und der Politik, kurz rundherum und mitten, drin nichts Neues„. Es wird sich auch nichts ändern. Und wenn der cvp präsident auch noch etwas dazu sagt, dann ist das mehr Antwort, als Frage. Nur die jungen Leser sind wohl über die Vorgänge noch überrascht. Ein dubioser fall folgt dem nächsten und immer braucht die lösung sooo lange, dass.....Ein Schalk, de4 Böses denkt
  • Kommentar von Ueli Baumgartner  (Beumli)
    Infantivo und Lauber haben dem Ruf der Schweiz einen Bärendienst erwiesen. Aber dass die Ethikkomission der Fifa sich einmischen will ist schon nahe der Witz des Tages.
    Ethik ist doch in dir Fifa völlig unbekannt