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Auch Infantino meldet sich Senegal feiert, Marokko kritisiert: «Beschämend für Afrika»

Der Final des Afrika Cups war an Dramatik und Kontroversen kaum zu überbieten. Die Verlierer und Fifa-Präsident Infantino üben Kritik.

Nach dem chaotischen Final um den Afrika Cup hat Marokkos Trainer Walid Regragui harte Kritik geübt. «Das Bild, das wir vom afrikanischen Fussball abgegeben haben, war eher beschämend. Ein Spiel mehr als zehn Minuten lang unterbrechen zu müssen, während die ganze Welt zuschaut, ist nicht sehr stilvoll», sagte Regragui.

Der Triumph des Senegal um Topstar Sadio Mané durch ein 1:0 nach Verlängerung gegen Gastgeber Marokko war überschattet von einem Skandal. Nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff unmittelbar vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte das Team aus dem Senegal den Platz aus Protest verlassen. Wohl auch, weil zu Beginn der Nachspielzeit Senegals 1:0 wegen eines diskutablen Fouls nicht anerkannt worden war.

Menschenmenge in lebhaften Farben bei einem Fussballspiel.
Legende: Tumultartige Szenen Anhänger des Senegals müssen davon abgehalten werden, das Spielfeld zu stürmen. AP Photo/Youssef Loulidi
Es wäre wirklich traurig und bedauerlich gewesen, einen Final so enden zu sehen.
Autor: Sadio Mané

Sogar ein Abbruch des Finals schien möglich, nachdem auch auf den Tribünen in Rabat Chaos ausgebrochen war. Senegals Fans wollten auf den Platz stürmen, Sicherheitskräfte verhinderten dies.

Infantino: «Inakzeptabel»

Mané konnte sein Team schliesslich zu einer Rückkehr auf den Platz bewegen. «Es wäre wirklich traurig und bedauerlich gewesen, einen Final so enden zu sehen. Es ist unmöglich, der Welt ein solches Bild zu vermitteln», sagte der frühere Liverpool-Profi. Er hätte «lieber verloren, als so ein Ende zu erleben. Das hat mich dazu bewegt, den Jungs zu sagen, sie sollen auf den Platz zurückkehren und unseren Fussball spielen.»

Den Penalty verschoss Marokkos Brahim Diaz beim Versuch eines «Panenkas» kläglich. In der Verlängerung wurde Pape Gueye (94.) mit einem Traumtor zum gefeierten Helden des Senegal, der den Afrika Cup zum zweiten Mal nach 2022 gewann.

Kritik gab es am Tag danach auch von höchster Ebene. Fifa-Präsident Gianni Infantino hat die Vorfälle als «inakzeptabel» bezeichnet. «Wir verurteilen das Verhalten einiger «Fans» sowie einiger senegalesischer Spieler und Mitglieder des Trainerstabs aufs Schärfste. Es ist inakzeptabel, das Spielfeld auf diese Weise zu verlassen, und Gewalt darf in unserem Sport nicht toleriert werden», sagte der Walliser. Er erwarte, dass die zuständigen Disziplinargremien des afrikanischen Fussball-Verbandes CAF die entsprechenden Massnahmen ergreifen.

Radio SRF 1, Nachrichten, 19.1.2026, 06:40 Uhr ; 

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