Trostlose Titelaussichten, prügelnde Profis, interne Ermittlungen – und jetzt droht auch noch die sportliche Demütigung: Bei Real Madrid geht es in der Endphase einer Seuchensaison drunter und drüber.
Vor dem Clasico ist der wertvollste Fussballklub der Welt ins Chaos geschlittert. Die jüngste Eskapade lieferten Vizekapitän Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni mit ihrem folgenschweren Kabinenzoff.
Gleich doppelt flogen zwischen den beiden Streithähnen in der Vorbereitung auf das Highlightspiel am Sonntag die Fetzen. Beim zweiten Mal ging es nicht gut aus. Valverde zog sich bei einem Sturz eine Kopfverletzung zu, musste genäht werden und verpasst mit einem Schädel-Hirn-Trauma das Duell mit Barça am Sonntagabend.
Vorläufiger Tiefpunkt einer Seuchensaison
Der Klub leitete ein Verfahren ein und sanktionierte die beiden Spieler mit einer Busse von je 500'000 Euro. Damit sei die Sache erledigt, hiess es von offizieller Seite. Doch der Imageschaden ist irreversibel. Dass die Chefetage das beispiellose Intermezzo so schnell wie möglich vergessen machen will, passt ins bedenkliche Bild, das Real im Jahr 2026 abgibt.
Die gut vernetzte Zeitung Marca schreibt von der «grossen Krise» und «unerträglicher Atmosphäre» im Verein. Der Valverde-Tchouaméni-Zoff ist der vorläufige Tiefpunkt einer Seuchensaison. Eine, die spätestens mit der Trennung von Trainer Xabi Alonso, der wohl einer internen Intrige zum Opfer fiel, begann – und nun in einer historischen Demütigung gipfeln könnte: Noch nie ist es Barcelona in der 124 Jahre langen und 263 Pflichtspiele reichen Clasico-Geschichte gelungen, mit einem Sieg gegen den Rivalen die Meisterschaft perfekt zu machen. Am Sonntag würde gar ein Remis zum 29. LaLiga-Titel reichen.