Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Union gegen Leipzig am Freitag «Kein PR-Gag»: Eta und Haenni im Duell der Wegbereiterinnen

Eine Frau als Cheftrainerin, eine Frau als CEO: Das Spiel von Union Berlin gegen RB Leipzig ist nicht nur sportlich von enormer Bedeutung.

Zwei Frauen, eine mit langem Haar, andere mit Brille.
Legende: Ein bedeutsames Kräftemessen Marie-Louise Eta (l.) und Tatjana Haenni. IMAGO/Darius Simka/Jan Huebner/SRF

22 Männer jagen auf dem Rasen dem Ball nach, wenn Union Berlin bei RB Leipzig spielt, aber im Fokus stehen zwei Frauen: Während Marie-Louise Eta als neue Trainerin der «Köpenicker» seit knapp zwei Wochen in aller Munde ist, schreibt die Schweizerin Tatjana Haenni als Entscheiderin in der Chefetage der Sachsen Geschichte.

Obwohl sich beim Duell der Klubs am Freitag viel darum drehen wird, ob Eta ihre ersten Punkte holt, ist da trotzdem diese grössere Dimension: zwei Frauen, die im selben Jahr die Männerdomäne Profifussball aufbrechen.

«Mit Leistung überzeugen»

«Es ist ein kultureller Wandel, der stattfinden muss, und er findet gerade statt», sagte RB-CEO Haenni in einer Gesprächsrunde mit der Nachrichtenagentur AFP und anderen Medien. Bis dies zur Normalität wird, ist es aber noch ein etwas weiterer Weg.

Eta weiss um die Tragweite ihres Wirkens. «Da entsteht eine Verantwortung für mich – ob ich will oder nicht», sagte die 34-Jährige der Zeit. Ihr sei es aber nie vordergründig darum gegangen, «die Rolle der Frau zu stärken. Ich wollte schon immer mit Leistung überzeugen. Ich möchte als Fussballtrainerin gesehen werden.»

Die Erste, aber nicht die Letzte

So viel Normalität wäre zweifelsohne wünschenswert. Haenni hat es da ein bisschen leichter. Die erste Klubchefin der Bundesliga, die RB wieder zum Daueranwärter auf die Champions League machen soll, steht seit Amtsantritt im Januar weit weniger im Rampenlicht.

Konzernchefinnen, das hat man schon mal gesehen. Aber eine Fussballtrainerin, die Männer betreut? Das war eben lange undenkbar. Nun glaubt aber auch Haenni, einst Schweizer Nationalspielerin, dass Etas Berufung Mauern einreissen könnte.

«Es geht um Qualität, Fachwissen, Know-how, Vertrauen in die Menschen und die richtige Einstellung, und ich glaube, dass sich das mit der Zeit immer mehr und mehr durchsetzen wird», sagte die 59-Jährige. Sie sei sich sicher, so Haenni, dass Eta «die Erste ist, aber sie wird nicht die Letzte sein».

Mir traut man zu, die Mannschaft in der Bundesliga zu halten.
Autor: Marie-Louise Eta

Etas Zeit im aktuellen Amt ist dennoch begrenzt, sie wird zur neuen Saison die Union-Frauen übernehmen. Vorher ist ihre Mission in den verbleibenden vier Ligaspielen jedoch der Klassenerhalt mit den Männern, die sechs Punkte vor Relegationsrang 16 liegen.

So historisch ein erster Sieg Etas aus gesellschaftlicher Sicht wäre, so wichtig wäre er für Union. Verliert die Konkurrenz, wäre der Ligaverbleib so gut wie sicher. Dass Eta das draufhat, liess sich schon gegen Wolfsburg beobachten. Die Berliner spielten sich reihenweise Torchancen heraus, auch wenn sie zu wenige davon nutzten.

Und doch war zu erkennen, was die Union-Bosse in Eta sehen. «Mir traut man zu, die Mannschaft in der Bundesliga zu halten», sagte Eta: «Ich bin kein PR-Gag.»

Bundesliga

Radio SRF 4, Nachmittagsbulletin, 13.04.26, 16:20 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel