Die Nummer von Urs Fischer wählte Mauro Lustrinelli vor seiner Entscheidung für Union Berlin ganz bewusst nicht. «Ich habe noch nicht mit Urs geredet. Extra. Ich wollte herkommen, ohne viel zu wissen. Ich wollte das Ganze spüren. Urs hat bei Union eine fantastische Reise gemacht. Jetzt ist es eine neue Situation», sagte der neue Trainer des Bundesligisten bei seiner Vorstellung am Donnerstag.
In der Saison 2012/2013 hatte Lustrinelli kurz unter Fischer als Co-Trainer beim FC Thun gearbeitet, ehe jener Jahre später Union in seiner von 2018 bis 2023 dauernden Amtszeit von der 2. Bundesliga in die Champions League führte – und in Köpenick zur Ikone wurde. Mit seiner Ankunft in Berlin tritt Lustrinelli auch ein Stück weit in die Fussstapfen seines Landsmannes.
Nicht zu viel mit Vergleichen arbeiten. Einfach den Moment leben.
Mit der Erwartungshaltung kommt der 50-Jährige jedoch gut klar. «Den Druck kannst du dir nur selber machen. Es kommt darauf an, was du sehen möchtest. Für mich ist es wichtig, die Reise zu geniessen und das als Challenge zu sehen. Nicht zu viel mit Vergleichen arbeiten. Einfach den Moment leben. Ich will helfen, damit der ganze Klub, die Mannschaft und die Spieler besser werden», sagte er.
Heldt: «Es hat gefunkt»
Lustrinelli und Union Berlin – das war scheinbar Liebe auf den ersten Blick. «Die ersten drei Stunden, als ich mich mit Geschäftsführer Horst Heldt und Präsident Dirk Zingler getroffen habe, haben wir nicht über Fussball geredet. Wir haben über das Leben und über Menschen gesprochen», sagte er. Auch Heldt zeigte sich angetan vom Austausch: «Man entwickelt dann gleich ein Gefühl füreinander. Das war so eine Aura, die Mauro verkörpert. Und auch inhaltlich hat es gefunkt.»
Bei Union soll Lustrinelli nun die Spielphilosophie weiterentwickeln, der alte Defensivstil mit langen Bällen und Standards soll einem moderneren Ansatz weichen. Sein Credo dabei: «Als Trainer verlange ich viel, weil ich auch viel von mir selber verlange. Ich verlange nur das Beste. Und ich verlange diese Winner-Mentalität, dass wir besser werden wollen.»