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FC Basel: Vom Musterknaben zum Krisenklub der Liga
Aus sportpanorama vom 14.03.2021.
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Aus Sorge um den Klub Kreativ und prominent: So verschaffen sich die FCB-Fans Gehör

In Basel brodelt es derzeit gewaltig. Enttäuschte Fans lassen ihrem Unmut freien Lauf. Ein Augenschein vor Ort.

Tausende sind gekommen zu einer bewilligten Demonstration für ihren FCB und gegen die Klubführung um Bernhard Burgener. Es ist der Höhepunkt einer Woche, die zeigt: Basel sorgt sich um seinen Verein.

Auch der erste Heimsieg in diesem Jahr kann die Fans nicht besänftigen, die Gräben zwischen den Anhängern und der Klubführung scheinen tiefer denn je. Das zeigt der Fanprotest am Samstag vor dem St. Jakob-Park, wo Jung und Alt zusammenkommen.

Zu viel des Schlechten

Dass die Basler sich gerade jetzt gegen die Klubführung wehren, habe einerseits mit den Gerüchten über einen möglichen ausländischen Grossinvestor, andererseits aber mit der Beurlaubung von Valentin Stocker zu tun. «Dies war der Katalysator, der das alles ausgelöst hat,» sagt Daniel Schreier, Teil der Fanbewegung «Yystoo für e FCB».

Die Fans rund um das Yystoo-Kollektiv kritisieren vor allem die mangelnde Transparenz und Wertschätzung der Klubführung. Weil man Bernhard Burgener nicht mehr erreiche, versuche man, sich nun «in Anlehnung an die lange Tradition der Fasnacht» mit kreativen Aktionen gegen die Klub-Obrigkeit zu wehren und sich so Gehör zu verschaffen, erklärt Tobias Adler von «Yystoo».

Eine Stadt in Rot-Blau

So liegen auf dem Barfüsserplatz, dort wo in den letzten 20 Jahren 12 Meistertitel gefeiert wurden, hunderte Fanutensilien. In der ganzen Stadt hängen rot-blaue Flaggen und in den sozialen Medien kursieren Schnitzelbänke und Lieder, die sich an und gegen die Klubführung richten. Es ist ein einzigartiger Protest für einen Fussballverein.

Die Sorgen der Fanbewegung teilt auch Stararchitekt Jacques Herzog. Zum 20-Jahr-Jubiläum des Stadion St. Jakob-Park am Montag, das Herzog & de Meuron geplant haben, hofft der FCB-Fan auf einen Umbruch. «Ein wohl ausgestatteter Verein, mit einem einst unglaublichen finanziellen Polster, unglaublich vielen Menschen im Stadion und tollen sportliche Nächten. All das ist verschwunden, innerhalb von drei Jahren: wie gewonnen, so zerronnen.» Das sei als Fan sehr schmerzhaft.

Kein Statement seitens des FCB

Die Klubführung will sich zu den Befürchtungen der Fans gegenüber SRF Sport nicht äussern. Sie bekommt aber Rückendeckung vom aktuellen Nationalrat und ehemaligen Basler Sportminister Christoph Eymann. Er findet es zwar toll, wie sich die Fans für den Klub einsetzen, appelliert aber ans Fairplay. Er hofft, dass man den konstruktiven Dialog wieder aufnimmt, denn alle haben das gleiche Ziel: «Die Fans wollen einen erfolgreichen FC Basel und Herr Burgener will das auch.»

SRF zwei, sportpanorama, 14.3.21, 19 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Kreativ waren die Fanclubs tatsächlich. Sie "verkauften" ihr mehrstündiges Fan-Happening den Bewilligungsbehörden gegenüber als Protestdemonstration und profitierten damit von der Meinungsfreiheit. Wäre der Protest im Vordergrund gestanden, hätten sie nach Beginn des Spiels wieder abziehen können, hätte man die Maskenpflicht 100-prozentig befolgt, hätte man nicht dauernd Pyros gezündet, und hätte man auch keine Kinder mitgenommen. Es ging aber vor allem um das Vergnügen (wie sonst im Stadion).
    1. Antwort von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
      Warum die Polizei diese Demo erlaubte ist ein Rätsel. Sonst ist alles verboten, keine Menschenansammlungen etc. aber für die Basler Fans gab es anscheinend eine Ausnahmeregel, warum auch immer, alle sind gleich, die einen etwas gleicher. Soll sich jeder selber eine Meinung machen wie schlau es war, wie rücksichtsvoll, wie egostisch, was ist wichtiger, Gesindheit oder der FCBasel....???
    2. Antwort von Dieter Hansen  (Dieter H.)
      @Josef Graf: bin genau der gleichen Meinung. Unter dem Deckmantel der Demo wurde einfach ein Saufgelage und eine eigentlich unter Corona-Auflagen nicht mögliche grosse Party abgehalten.
      Bin auch überzeugt, dass mindestens 75% der Anwesenden nicht gewusst hat, worum es 'offiziell' ging und einfach herdenhaft dem Leithammel gefolgt sind.
  • Kommentar von Domink Rindlisbacher  (DomiTorres9)
    Das ganze ist ein Witz. Einem Kollegen wurde die Geburtstagsparty mit 8 Leuten von der Polizei abgebrochen. Hier können tausende ohne irgendwelche Konsequenzen protestieren. Dann könnt ihr auch die Stadien wieder öffnen.
    1. Antwort von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
      Hoffen wir alle auf den 1. April! Leere Fussballstadien sind ein Graus!
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Die Identifikation mit einem überdotierten Profi-Fussballclub wirkt für mich leicht dekadent. Wenn sich diese Leute politisch so engagieren würden, hätte ich mehr Verständnis.
    1. Antwort von Bruno Montani  (Bruno Montani)
      Ist doch symptomatisch für unsere Gesellschaft. Brot und Spiele...
    2. Antwort von Lilian Albis  (L.A.)
      Das sind blosse Unterstellungen. Als FCZ Fan kenne ich zufällig mehrere Personen, die sich stark für den Klub einsetzen und gleichzeitig in der Politik aktiv sind. Und zwar bis in den Nationalrat. Es geht also beides. Und bitte nie vergessen: gerade in der Schweiz sind lange nicht alle Profis "überbezahlt".