Was bereits seit Wochen ein offenes Geheimnis gewesen war, wurde am Montag schliesslich offiziell kommuniziert: FCSG-Stürmer Alessandro Vogt verlässt die Super League und unterschreibt bei Bundesligist Hoffenheim einen 5-Jahres-Vertrag.
Was in dieser Causa ebenfalls kein Geheimnis ist: Die St. Galler kassieren für den Transfer ihres besten Stürmers «nur» 2,5 Millionen Franken. Grund dafür ist eine fixe Ausstiegsklausel in Vogts Vertrag, der im Sommer 2025 in Kraft trat. Wie sehr blutet da das Herz des sportlichen Leiters?
«Normalerweise machen wir keine Details zu Vertragsinhalten publik, aber es wäre albern, wenn wir uns jetzt nicht dazu äussern würden», schickt Roger Stilz voraus, ehe er bestätigt: «Diese Klausel gibt es. Es ist korrekt, dass man sich jetzt darüber ärgern kann – das tut es mich persönlich auch.»
Aufstieg, der so nicht erwartet werden konnte
Den Ostschweizern geht finanziell wohl einiges durch die Lappen. Schliesslich gehört der 21-jährige Vogt zu den Senkrechtstartern in der Super League und gilt als eines der aussichtsreichsten Sturmtalente der Schweiz.
Es gelte nun, das Ganze zu «schlucken», sagt Stilz, denn: «Zum damaligen Zeitpunkt war dieser Weg und der Vertrag nicht nur gangbar, sondern absolut in Ordnung. Die Entwicklung war dann so frappant, dass wir das aus heutiger Sicht wohl anders machen würden.»
Stilz bestätigt auch, dass es seitens der Ostschweizer Bestrebungen gab, den Vertag noch einmal anzupassen. «Wir sind früh auf Alessandro und dessen Management zugegangen und haben ein mehr als wertschätzendes Angebot gemacht. (…) Im Januar hat uns Alessadro dann aber mitgeteilt, dass er gerne gehen würde. Damit war der Fall klar», erklärt Stilz.
Vogt zog St. Gallen-Verbleib in Betracht
Und was sagt der Hauptprotagonist eigentlich selbst dazu? «Es war eine Überlegung wert, noch eine Saison in St. Gallen anzuhängen», erklärt Vogt. Er schätze die Unterstützung und das Vertrauen, welche ihm der Klub stets entgegengebracht habe. Sein Entscheid sei aber wohl überlegt gewesen.
Ich glaube, ein Jahr mehr bei uns hätte ihm sehr gutgetan.
«Fussball ist eine Momentaufnahme, ich weiss nicht, was in einem Jahr sein wird», führt Vogt aus. «Das Gesamtpaket von Hoffenheim war perfekt für mich. Einerseits die Nähe zur Familie (Vogt stammt aus Wohlen, Anm. d. Red.), andererseits ist es für mich der ideale Schritt in eine Top-5-Liga.»
Ausgerechnet jetzt fällt Vogt aus
In St. Gallen zeigt man sich traurig über den Abgang. «Wir haben mehrfach versucht, ihn von unserem Weg zu überzeugen», sagt Trainer Enrico Maassen, «ich glaube, ein Jahr mehr hätte ihm sehr gutgetan». Er sei aber überzeugt, dass Vogt bis zuletzt alles für den FCSG geben werde.
Am Samstag gegen Lugano wird der Coach aber auf seinen besten Angreifer verzichten müssen. Vogt fällt wegen einer Knieblessur drei Wochen aus, für ihn wird gegen die Tessiner Youngster Diego Besio von Beginn weg zum Einsatz kommen. Die Partie können Sie ab 20:10 Uhr live bei SRF verfolgen.