Vor 2 Wochen durfte sich Thun über den 1. Meistertitel der Vereinsgeschichte freuen. Einen grossen Anteil an diesem sensationellen Erfolg hat Trainer Mauro Lustrinelli. Der 50-jährige Tessiner entwickelte den Aufsteiger aus dem Berner Oberland innert Kürze zu einem Topteam in der Super League. All das blieb im Ausland nicht unbemerkt.
Die Anzeichen verdichten sich, dass Lustrinelli die Thuner in Richtung Bundesliga verlassen könnte. Gemäss dem für gewöhnlich sehr gut informierten Transferexperten Florian Plettenberg ist Lustrinelli der Top-Kandidat auf den Trainerjob bei Union Berlin. Präsident Dirk Zingler und Geschäftsführer Horst Heldt seien bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Thuner Meistercoach. Das Fachmagazin kicker bestätigt dies.
Laut Sky-Reporter Dennis Bayer hätten Zingler und Heldt Lustrinelli sogar schon von einem Engagement als Union-Berlin-Trainer überzeugt. Ausserdem seien weitere Bundesliga-Klubs sowie Vereine aus der Serie A am Schweiz-Italiener dran. Lustrinelli wäre nach Erfolgscoach Urs Fischer, der im Juli 2018 nach einem Jahr Auszeit an der alten Försterei übernahm, der 2. Schweizer Trainer bei Union Berlin.
Union sucht den nächsten Erfolgscoach
Seit dem Abgang von Fischer, der über 5 Jahre bis im November 2023 als Union-Trainer amtete, gab es auf dem Trainerstuhl der «Eisernen» keine Kontinuität mehr. Sowohl Nenad Bjelica (161 Tage im Amt) als auch Bo Svensson (179) und Steffen Baumgart (464) schafften es nicht, den Klub nachhaltig zum Erfolg zu führen.
In der abgelaufenen Saison wurde Union in den letzten 5 Spielen von Marie-Louise Eta betreut – damit wurde Bundesliga-Geschichte geschrieben. Weil die 34-Jährige aber künftig Unions Frauenteam übernimmt, ist der Unioner Trainerstuhl vakant – und somit frei für Lustrinelli. Dieser äusserte sich zu seiner Zukunft zuletzt zurückhaltend. Nach der Pokalübergabe am Donnerstag wurde der Tessiner von den Thuner Fans lautstark gefeiert, anschliessend fehlten ihm fast etwas die Worte.