Schlechter hätten die letzten Wochen für die Grasshoppers kaum laufen können. Fünf Niederlagen in Serie stehen inzwischen zu Buche, unter Interimstrainer Gernot Messner läuft noch nichts rund. Die Lage schien sich zuletzt gar noch zu verschlimmern. Unter seiner Leitung erzielte GC in zwei Spielen noch kein Tor und kassierte deren 9.
Die Stadtzürcher sind in eine Negativspirale geraten. Das Selbstvertrauen der Spieler schwindet stetig, derweil wird die Fehleranfälligkeit grösser. Das nimmt Sportchef Alain Sutter auch im Training wahr: «Es ist eine Herausforderung, in diesen Phasen den Turnaround zu schaffen.» Seine 40-jährige Erfahrung im Profifussball zeige, dass dies nur über die Basics gehe: «Wir müssen beim ABC anfangen, um das Vertrauen langsam wieder zurückzugewinnen.»
Abstiegsknüller in der Eulachstadt
Viel Zeit, das Ruder herumzureissen, haben die Grasshoppers nicht. Am Samstag steht auf der Winterthurer Schützenwiese nämlich ein kapitales Duell im Abstiegskampf an. GC steigt mit fünf Punkten Vorsprung in die Partie. «Es wird ein Spiel auf Messers Schneide, die Wichtigkeit ist beiden Mannschaften bewusst», sagt Trainer Messner.
Alles, was Winterthur gut machen wird, müssen wir besser machen.
Für den Österreicher ist das Rezept klar: «Wir müssen über den Kampf ins Spiel finden und über Kleinigkeiten die Positivität auf unsere Seite ziehen.» Und er fügt gleich an: «In unserer Phase ist es wichtig, einmal kein frühes Tor zu bekommen.» In den letzten beiden Partien kassierte GC nämlich gleich fünf Gegentore in den ersten 20 Minuten.
Spieler in der Verantwortung
Den Kampfgeist spricht auch Sutter an: «Wir müssen den Kampf annehmen und versuchen, Winterthur unter Druck zu setzen.» Wer mehr Zweikämpfe gewinne, werde auch das Spiel für sich entscheiden. «Alles, was Winterthur gut machen wird, müssen wir besser machen.»
Nach dem brisanten Interview nach der 0:4-Klatsche gegen Sion appelliert der 58-Jährige zudem erneut an die Eigenverantwortung der Spieler. Man versuche schon lange, das Momentum zu drehen. «Bis jetzt haben wir das alle zusammen nicht geschafft. Am Schluss liegt es in der Verantwortung der Spieler, sich auf die Basics einzulassen und noch einmal eine Schippe zuzulegen.»
Hoffen auf Abrashi
Auf der Suche nach positiver Energie hat der Klub am Freitag ein starkes Zeichen gesetzt: GC gab bekannt, dass Captain Amir Abrashi den Zürchern ein weiteres Jahr erhalten bleibt. Das Commitment des 36-Jährigen freut Sportchef Sutter: «Ich wünsche mir, dass es auch einen positiven Effekt auf die Mannschaft haben wird.»
Der unbestrittene Leader der Grasshoppers hat die letzten vier Spiele verpasst. Nach abgesessener Rotsperre fehlte Abrashi zuletzt krankheitsbedingt. Ob er gegen Winterthur zurückkehrt, ist noch nicht klar. Trainer Messner hofft jedoch, wieder auf seinen Captain zählen zu können: «Amir ist sehr wichtig für mich.»
Ob mit oder ohne den Captain: Das Gastspiel in Winterthur wird für den Saisonendspurt mit Sicherheit wegweisend sein.