- Der FC St. Gallen holt im Super-League-Spitzenkampf in der 28. Runde in Thun ein 2:2.
- Christian Witzig gleicht erst in der 95. Minute für die Ostschweizer zum 2:2 aus.
- Im Parallelspiel schlägt der FC Basel die Grasshoppers zu Hause mit 1:0.
Thun hatte alles im Griff in diesem Spitzenkampf, die Fans feierten die Mannschaft von Mauro Lustrinelli schon mit stehenden Ovationen. 2:1 führten die Berner Oberländer seit der 62. Minute, nach der 73. Minute hatten sie keine gefährliche Chance der St. Galler mehr zugelassen. Sie steuerten vermeintlich ungefährdet auf den nächsten Sieg zu.
Die Nachspielzeit von 4 Minuten war schon abgelaufen, als die Gäste mit dem Mut der Verzweiflung nochmals anrannten. Ein harmloser Schuss aus der Distanz wurde geblockt und landete vor den Füssen von Christian Witzig, der schnell reagierte und aus rund 15 Metern zum schmeichelhaften 2:2 einnetzte.
Die Thuner verpassten damit in der 95. Minute den 11. Sieg in Serie, der Rekord des FCB von 13 Ligasiegen in Serie ist nun vom Tisch. Mitnichten vom Tisch ist trotz des bitteren Endes der Meistertitel: Thun führt die Super League weiterhin mit 14 Punkten Vorsprung auf St. Gallen an, verpasste es lediglich, diesen auf 17 auszubauen.
St. Gallen ging verdient in Führung
Der Spitzenkampf war ruppig losgegangen in der Thuner Stockhorn Arena, schon in der 11. Minute waren die Wogen hochgegangen: Jan Bamert und Aliou Baldé gerieten nach einem Kopfballduell aneinander und forderten Johannes von Mandach ein erstes Mal. Der Schiedsrichter beliess es bei Gelb gegen Baldé und Thun-Captain Marco Bürki. Auch in der Folge gab es mehr gelbe Karten als Torschüsse zu sehen.
Aus dem Nichts bot sich Valmir Matoshi nach einer guten halben Stunde aus bester Position die Chance aufs 1:0, nach Elmin Rastoders starker Vorarbeit traf er den Ball aber nicht wunschgemäss. Der erste Treffer fiel dann auf der anderen Seite: Baldé wurde von Bamert im Strafraum gelegt, nach kurzer Videokonsultation entschied von Mandach auf Elfmeter. Captain Lukas Görtler übernahm die Verantwortung und brachte die Gäste in der 37. Minute verdientermassen in Führung.
Binnen weniger Minuten dreht Thun die Partie
Thun fand den Tritt erst in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit: Rastoder brachte nicht genügend Druck hinter den Ball (45.+1), nur eine Minute später schoss Kastriot Imeri knapp neben das Tor. Nach dem Seitenwechsel waren die Thuner dann wie verwandelt und spielten die St. Galler phasenweise an die Wand: Brighton Labeaus Abseitstor (51.) war ein erster Ausdruck der Thuner Dominanz. Wenige Minuten später bekam Görtler den Ball im Strafraum an die Hand. Leonardo Bertone traf zum fälligen Ausgleich (55.).
Die Berner Oberländer drückten weiter, Fabio Fehr verpasste die Führung in der 59. Minute wegen einer reflexartigen Reaktion Lawrence Ati Zigis. 3 Minuten später war das 2:1 dann aber Tatsache: Genis Montolio nickte einen Eckball in die Maschen. Danach schaltete Thun wieder einen Gang runter. Vereinzelt kamen die Platzherren zu Chancen auf das 3:1, spielten diese aber zu wenig konsequent aus. Ein Aspekt, der sich ganz spät noch rächen sollte.
So geht es weiter
Beide Teams stehen am Sonntag wieder im Einsatz: Für Thun steht das Kantonsderby in Bern gegen YB an. Der FCSG empfängt am frühen Nachmittag den FC Basel.