Es ist der blanke Wahnsinn: Beim 2:1 gegen Luzern feierte der FC Thun den bereits 10. Sieg in Folge in der Super League. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten St. Gallen beträgt 14 Punkte. Und nun gastieren die Ostschweizer am Donnerstag zum Gipfeltreffen in der Stockhorn Arena.
Statistisch gesehen darf sich Thun schon seit geraumer Zeit zum Titel gratulieren lassen, schliesslich hat noch nie ein Team seit Einführung der Super League einen solchen Vorsprung zu einem vergleichbaren Zeitpunkt noch verspielt. Sollten die Berner Oberländer St. Gallen schlagen und den Vorsprung auf 17 Zähler ausbauen, dürfte die Messe endgültig gelesen sein.
Kein Rekord möglich
Klar ist hingegen jetzt schon, dass die Thuner den Rekord von Kantonsrivale YB als frühester Meister seit Einführung der Super League nicht knacken werden, sondern höchstens egalisieren könnten. In den Saisons 2018/19 und 2020/21 standen die Bundesstädter jeweils bereits nach der 29. von 36 Runden als Meister fest.
Mit dem aktuellen Super-League-Modus werden 2 Runden mehr gespielt, doch Thun könnte sich bis zur 30. Runde im Optimalfall höchstens einen Vorsprung von 23 Punkten (bei noch 8 ausstehenden Partien) erspielen. Der Titel wäre frühestens in der 31. Runde und somit wie damals bei YB 7 Spieltage vor Schluss möglich.
Aber auch so spielt Thun eine Saison der Superlative:
- Noch nie stand ein Aufsteiger in der Super League nach 27 Spielen so gut da wie Thun (64 Punkte). Der bisherige Bestwert von Sion 2006/07 liegt bei 60 Punkten – nach 36 Runden.
- Nur 4 Mal hatte ein Team nach 27 Spielen mehr Punkte gesammelt: 3 Mal Basel (2003/04, 2015/16, 2016/17) und 1 Mal YB (2019/20).
- Thun führt in dieser Saison u.a. in den Statistiken meiste Tore, wenigste Gegentore, meiste Schüsse, meiste Grosschancen, wenigste Spiele ohne eigenen Treffer, wenigste Punkte nach Führungen verspielt, meiste hohe Ballgewinne.
Champion vor der Championship Round?
Ausserdem winkt dem Aufsteiger eine Besonderheit in dieser Spielzeit: Sollte Thun am Donnerstag gewinnen und den Vorsprung bis zur 33 Runde konservieren können, würde das Team von Trainer Mauro Lustrinelli noch vor dem Start in die Championship Round als Meister feststehen.
Erst einmal gilt das Augenmerk der Thuner aber dem FC St. Gallen. Schliesslich ist da noch eine Rechnung offen. So waren es die «Grün-Weissen», welche dem FCT vor der beeindruckenden Siegesserie die letzte Niederlage beibrachten – Mitte Dezember gewann der FCSG in Thun mit 2:0.