Der spektakuläre 4:3-Sieg am Sonntag im Klassiker beim FC Zürich war für Ludovic Magnin nicht genug, um die FCB-Verantwortlichen von sich zu überzeugen. Am Montagmittag teilte der FCB per Communiqué mit, dass man sich mit sofortiger Wirkung vom 46-jährigen Trainer trenne.
Obschon Benjamin Huggel den Entscheid der FCB-Verantwortlichen nur bedingt nachvollziehen kann – überraschend kam die Trennung für den SRF-Experten nicht. Aus dem einfachen Grund, dass ein Trainerwechsel im heutigen Profi-Geschäft fast die einzige Möglichkeit sei, um während der Saison einzugreifen.
Zudem äusserte sich Huggel unter anderem zu folgenden Punkten:
- Fehlende Geduld bei Verantwortlichen: «Natürlich hätte man Magnin auch mehr Zeit geben können, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Wenn intern jedoch die Überzeugung fehlt, dass Magnin noch der richtige Trainer ist, um die Ziele zu erreichen, sollte man besser früher denn später wechseln.»
- Zu wenige Leader: «Es fehlt mir beim FCB an Haltung in der Mannschaft. Wenn ich an das Salzburg-Spiel denke, was gewisse junge Spieler auf dem Feld gemacht haben: Als erfahrener Mitspieler wäre ich komplett ausgerastet. Als Trainer kann man da nur bedingt Einfluss nehmen.»
- Hauptschuld beim Sportchef: «Der Trainer ist im Profi-Fussball immer das Bauernopfer, auch wenn allenfalls die Mannschaft nicht gut zusammengestellt wurde. Klar ist: (Leon, Anm. d. Red.) Avdullahu wurde im zentralen Mittelfeld nicht adäquat ersetzt. Generell finde ich, dass es zu viele Perspektivspieler und zu wenige Spieler im Team gibt, die sich mit dem Klub identifizieren.»
- Zu hohe Erwartungen: «Zufallsmeister ist ein grosses Wort. Aber der FCB hat letzte Saison schon etwas aus dem Nichts das Double gewonnen. Das gleich zu bestätigen, konnte man angesichts der Entwicklung in den letzten 5 Jahren kaum erwarten.»