Am Samstagabend kommt es im Letzigrund zum Duell zwischen den Grasshoppers und Lugano. Die Formkurve seit dem Wiederbeginn spricht eindeutig für die Tessiner. Mattia Croci-Tortis Team liess sich von den Unruhen rund um die Causa Kevin Behrens nicht beirren und gewann gegen Luzern und Winterthur – mit einem beachtenswerten Gesamt-Torverhältnis von 9:3.
Besagter Behrens spielt seit dem Vorfall wie verwandelt. An 4 der 9 Tore war der deutsche Stürmer direkt beteiligt. 3 Treffer machte er selbst, einen bereitete der 34-Jährige vor. Mit insgesamt 9 Toren liegt Behrens auf dem geteilten 3. Rang der Super-League-Torjägerliste.
Frey-Transfer als Statement
Einen ähnlichen Spielertypen wie Behrens haben seit Montag auch die Grasshoppers im Kader: Michael Frey. Der 31-jährige Sturmtank kehrt nach 7,5 Jahren im Ausland in die Super League zurück. Zuletzt stand Frey 2 Jahre bei den Queens Park Rangers unter Vertrag (53 Spiele, 10 Tore). Die Grasshoppers sind seine bereits 11. Profistation.
Der Transfer von Frey wurde im Lager der GCZ-Fans unterschiedlich aufgenommen. Ein Teil kritisiert seine Vergangenheit beim Stadtrivalen FC Zürich sowie seinen schwierigen Charakter, der ihm in der Vergangenheit oft nachgesagt wurde. Ein anderer Teil begrüsst die Tatsache, dass mit Frey ein bekannter Schweizer Stürmer verpflichtet wurde, der seine Torjägerqualitäten schon unter Beweis gestellt hat.
Zwist mit Fangruppierung
Die Grasshoppers selbst bezeichneten den Zuzug von Frey als «Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt». Eine Botschaft, welche die ernsthaften Absichten der US-Eigentümer, die immer wieder in Frage gestellt wird, wohl unterstreichen soll. Objektiv betrachtet ist der Transfer von Frey eine positive Nachricht für die «Hoppers», nachdem es zuletzt zwischen Klub und Fans zu brodeln begann.
Im Zentrum der Kritik von einem Teil der Fangruppierungen: Christoph Urech, Chief Business Officer. «Wer glaubt, en Berner Oberländer chan ‹Business› in Züri leite, het selber kei Ahnig vo sim Business» stand auf einem Transparent beim Spiel gegen Thun am 18. Januar. Von mangelnder Transparenz, fehlendem konstruktivem Austausch und fragwürdigen Personalentscheiden – in der Winterpause wurde der Fanbeauftragte des Klubs entlassen – ist die Rede.
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Bild 1 von 2. Unzufrieden. Die GC-Fans äussern ihren Unmut zum Start ins neue Jahr. Bildquelle: Freshfocus/Martin Meienberger.
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Bild 2 von 2. Klare Botschaft. Das Transparent der GC-Fans in Lausanne. Bildquelle: Freshfocus/Pascal Müller.
Aus der Welt geschaffen sind die Spannungen keineswegs. Auch beim Spiel in Lausanne am letzten Samstag war ein Transparent, das von zwei Böllern begleitet wurde, zu lesen: «Losed ihr eus nüme zue. Verschaffemer eus Ghör.» Es ist zu spüren, dass die Ungeduld und Unzufriedenheit seitens der Fans wachsen. Die Distanz zwischen Fans und Vereinsführung sei so gross wie schon lange nicht mehr, heisst es. Ein Sieg gegen Lugano und die Verpflichtung von Frey würde dieses Problem kaum aus der Welt schaffen.