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Stimmen nach der Barrage Glücksgöttin Fortuna in Blau-Weiss – Aarau gibt sich kämpferisch

GC kommt in der Barrage einmal mehr mit einem blauen Auge davon. Aarau wird für eine weitere gute Saison nicht belohnt.

Die Protagonisten waren sich einig: Neben einer guten Portion Durchhaltewillen war GC in dieser Barrage gegen Aarau auch das Glück hold. Nicht wie im letzten Jahr, als das gleiche Duell bereits nach dem 4:0 im Hinspiel gelaufen war.

«Es sind uns viele Steine von den Schultern gefallen, dass wir das geschafft haben. Natürlich auch mit etlichem Glück», gab Trainer Peter Zeidler nach der aufwühlenden Partie im Letzigrund zu.

Iacopetta hadert mit Platzverweis gegen Obexer

Zwei Szenen in der Verlängerung gaben besonders zu reden. Zunächst der Platzverweis gegen Linus Obexer, der die numerische Gleichzahl zwischen den beiden Teams in der 103. Minute wiederherstellte. Und dann natürlich der Penalty, der in der 110. Minute zur Entscheidung zugunsten der Zürcher führte.

«Ich verstehe die rote Karte nicht. Er sieht ihn ja nicht kommen», meinte Brunello Iacopetta zum Einsteigen Obexers gegen Amir Abrashi. Ob die Tatsache, dass der GC-Captain eine blutende Wunde am Mund davontrug, Schiedsrichter Urs Schnyder und den VAR beeinflusste? Der Aarauer Trainer verzichtete darauf, eine Polemik zu entfachen. «Es ist ein Entscheid, den ich akzeptieren muss», gab er sich als fairer Verlierer.

Gezeichneter Abrashi im Wechselbad der Gefühle

Abrashi selbst war die Erschöpfung nach der dritten überstandenen Barrage in Folge im Interview anzusehen und anzuhören. «Der liebe Gott war heute mit uns», sagte der 36-Jährige. In die Erleichterung über den Verbleib in der Super League mischte sich bei ihm auch ziemlich viel Ärger über Mitspieler Young-jun Lee, der dem Team mit seiner unnötigen roten Karte kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit einen Bärendienst erwies. «Das darf in einem Spiel, in dem es um so viel geht, einfach nicht passieren. Das hat uns fast den Ligaerhalt gekostet», sparte Abrashi nicht mit Kritik.

Zu seiner eigenen Zukunft wollte er sich noch nicht weiter äussern. Abrashi hat bei GC noch ein Jahr Vertrag. Ob er als Spieler oder in einer anderen Funktion weitermacht, ist aber weiterhin offen. «Ich muss mir alles ruhig durch den Kopf gehen lassen und mit der Familie reden. Ich liebe den Klub, die Fans und den Fussball. Mal schauen.»

Aarauer Leidensgeschichte geht weiter

Im Aarauer Lager beschäftigte man sich nach dem bitteren Ausgang der Partie derweil mit ganz anderen Dingen. «Es ist die maximale Enttäuschung, die man haben kann. Wir hatten in den letzten fünf, sechs Wochen einen solchen Druck. Wir waren wieder so nahe dran. Ich finde gerade keine Worte», rang Goalie Marvin Hübel nach Erklärungen.

Der FCA wird in der kommenden Saison einen 12. Anlauf nehmen müssen, um die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen. Geht es nach Captain Olivier Jäckle, dessen Karriere nach 410 Spielen nicht das gewünschte Ende nahm, wird das Team der Aufgabe gewachsen sein. «Die Jungs müssen schauen, dass sie wieder aufstehen, wieder Gas geben. Wir machen weiter, wir sind Aarau. Wir lassen uns nicht unterkriegen.»

SRF zwei, Sportflash, 18.05.2026, 20:15 Uhr ; 

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