Nachdem er Seydou Traoré in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit von hinten in die Beine gesprungen war, schlug Olivier Mambwa entsetzt die Hände vor dem Gesicht zusammen. Er wusste, was da kommen würde: der Platzverweis. Zum 7. Mal in dieser Super-League-Saison musste ein Berner Akteur vorzeitig vom Platz. Mehr rote Karten hat kein anderes Team gesammelt.
Den Stab nur über dem 17-jährigen Aussenverteidiger zu brechen und die 1:3-Niederlage zum Rückrundenstart gegen Lausanne nur damit zu erklären, wäre aber vermessen. Neben dem Thema Disziplin hatte man sich bei den Bernern in der kurzen Winterpause nämlich auch vorgenommen, die Defensivschwächen auszumerzen.
Gute Vorsätze nicht umgesetzt
«In der Zweikampfführung viel resoluter auftreten» wollte Trainer Gerardo Seoane. Nach dem Spiel musste er konstatieren: «Das war nicht das, was wir uns erhofft haben. Wir kamen nicht gut ins Spiel, waren weder defensiv griffig noch ballsicher.»
Das Innenverteidiger-Duo Loris Benito/Gregory Wüthrich hinterliess nicht zum ersten Mal in dieser Saison einen wenig souveränen Eindruck. Vor dem 0:1 klärte Wüthrich ungenügend, das 1:2 verschuldete Benito mit einem unbeholfenen Handspiel im eigenen Strafraum. Beim 1:3 schliesslich stellte die Berner Hintermannschaft den Dienst praktisch komplett ein.
Straffes Programm zum Jahresbeginn
«Ich glaube nicht, dass mit diesem Match alles wieder schlecht sein soll», sagte Captain Benito zwar. Auch er wollte die Schwachstellen aber nicht unter den Tisch kehren, sprach von einem «gebrauchten Abend». «Das defensive Thema begleitet uns schon die ganze Saison. Wir wollten kompakt stehen, haben Lausanne aber zu viele Räume gegeben.»
Nach der dritten Niederlage in Folge bleibt wenig Zeit für weitere Justierungen. Am Donnerstag steht das Heimspiel in der Europa League gegen Tabellenführer Lyon auf dem Programm, bevor das Berner Derby bei Super-League-Leader Thun folgt.