Ein Blick auf die Verletztenliste von GC wird Fans der Grasshoppers derzeit wenig Freude bereiten. Gleich 8 Spieler mit Stammplatzpotenzial fallen für das Derby am Samstag aus. Dazu gesellen sich mit Simone Strocio und Samuel Marques noch 2 Aussenverteidiger, die am letzten Wochenende mit Gelb-Rot vom Platz flogen und damit gesperrt fehlen. Der Rekordmeister muss also auf 10 Akteure verzichten – fast eine ganze Startelf.
GC-Trainer Gerald Scheiblehner muss immer wieder neue Lösungen finden. «Ich muss damit umgehen, natürlich wäre es mir lieber, wenn wir weniger Verletzte hätten», erklärt der Österreicher. Trotzdem glaubt er an sein Team: «Wir haben einen klaren Plan und die Spieler wissen, was sie tun müssen. Da ist es dann egal, ob der eine oder der andere spielt.»
GC mit erstem Derbysieg
Perfekt aufgegangen war Scheiblehners Plan im ersten Derby der Saison, welches GC mit 3:0 gewann. «Das war sicher ein Highlight», sagt der GC-Coach, um direkt noch anzufügen: «Aber so viele richtig gute Spiele hatten wir bislang auch noch nicht.» Entscheidend waren in diesem Stadtduell Anfang Oktober vor allem Jonathan Asp Jensen (verletzt) und Marques mit je einem Tor und einer Vorlage gewesen. Beide werden am Samstag nicht mittun können.
Für den FC Zürich war die Derby-Niederlage der Auftakt zu einer Serie von 5 punktlosen Partien in Folge gewesen. Trainer Mitchell van der Gaag musste seinen Hut nehmen, mittlerweile ist Dennis Hediger als Interimstrainer mindestens bis Ende Jahr am Werk.
FCZ holt auf
Der Bedeutung der Partie am Samstag ist er sich bewusst: «Die Vorfreude und die Spannung sind sehr hoch.» Von einer möglichen Revanche will er aber nicht sprechen – schliesslich wolle er mit dem FCZ jedes Derby gewinnen, egal wie die vorherigen Duelle ausgegangen seien. Wichtig sei, dass sein Team die «Derby-Eigenschaften» auf den Platz bringe. Konkret: «Intensität, Mentalität, Gier.»
Vielleicht hilft es dem FCZ auch, zuerst einmal 0:2 in Rückstand zu geraten. Was speziell tönt, war zuletzt ein Erfolgsrezept. Gegen Luzern siegten die Zürcher noch mit 3:2, gegen Sion holten sie noch ein 2:2-Unentschieden. Schon insgesamt 8 Punkte sicherte sich das Team von Hediger in dieser Saison noch nach Rückständen. Auch gegen GC, das von 8 Führungen nur 3 ins Ziel brachte, könnte ein langsamer Start gar nicht allzu schlecht sein.