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Hjulmand: «Wir haben fast einen Mannschaftskollegen verloren – das beeinflusst uns»
Aus Sport-Clip vom 12.06.2021.
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Dänemark-Trainer über Eriksen Hjulmand: «Macht etwas mit einem, wenn ein Freund leidet»

Der dänische Nationaltrainer Kasper Hjulmand hat sich nach dem Kollaps von Christian Eriksen sehr betroffen gezeigt.

«Ich bin etwas emotional», sagte der 49-Jährige mit Tränen in den Augen: «Das macht etwas mit einem, wenn ein Freund leidet. Es ist eine harte Nacht. Er ist einer unserer besten Spieler und sogar ein noch besserer Mensch. All unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie.»

Die Spieler konnten sich nicht vorstellen, schlafen zu können und dann Sonntagmorgen zum Spiel in den Bus zu steigen. Es war besser, es gleich zu machen.
Autor: Kasper Hjulmand

Eriksen war beim EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland (0:1) kurz vor der Halbzeitpause kollabiert, inzwischen ist er laut der Uefa und dänischen Verantwortlichen stabil und wach. Es habe «keinen Druck» von der Uefa gegeben, das Spiel noch am Samstagabend fortzusetzen. Doch die einzige mögliche Alternative sei ein Nachholtermin am Sonntag um 12:00 Uhr gewesen.

Kritik an Spielfortsetzung: So reagiert die Uefa

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Der europäische Fussballverband (Uefa) hat als Reaktion auf die Kritik an der Fortsetzung der EM-Partie zwischen Dänemark und Finnland auf Artikel 29 das Regelwerks verwiesen:

«Wenn ein Spiel nicht beginnen oder zu Ende gespielt werden kann, wird das komplette Spiel oder die verbleibende Spielzeit nach den Regularien am kommenden Tag ausgetragen.»

Darin geht es allerdings lediglich um das Prozedere bei einer Neuansetzung, Ausnahmesituationen wie in Kopenhagen werden nicht thematisiert.

Eriksens Wunsch erfüllt

«Die Spieler konnten sich nicht vorstellen, schlafen zu können und dann Sonntagmorgen zum Spiel in den Bus zu steigen. Es war besser, es gleich zu machen», sagte Hjulmand. Es sei auch Eriksens Wunsch gewesen, die Partie zu beenden. Aber dies habe sich als «unglaublich schwierig» herausgestellt.

«Die Spieler wollten es versuchen, aber einige waren nicht fähig zu spielen», sagte der ehemalige Mainz-Coach weiter. «Wir haben unser Bestes versucht. Du kannst auf diesem Niveau kein Fussballspiel machen, wenn du mit so einem harten Thema umgehen musst.» Captain Simon Kjaer habe beispielsweise um seine Auswechslung gebeten.

Er war sehr getroffen, sie sind sehr gute Freunde. Er wollte es versuchen, aber es war unmöglich.
Autor: Kasper Hjulmandüber Captain Simon Kjaer

«Er war sehr getroffen, sie sind sehr gute Freunde. Er wollte es versuchen, aber es war unmöglich. Die Gefühle haben ihn übermannt», erklärte Hjulmand. Es werde auch die kommenden Tage schwierig bleiben, mit dieser Situation umzugehen. Man werde den Spielern deshalb «professionelle Hilfe» anbieten, betonte der Trainer.

SRF zwei, sportlive, 12.06.21, 17:40 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von michal krzywdziak  (mimo)
    Paradoxerweise: Wäre Eriksen dieser Herzinfarkt nicht auf dem Spielfeld passiert, wo ihm sofort geholfen werden konnte, sondern zum Beispiel in der Stille seines Hotelzimmers, wäre der Junge heute tot. So komisch es klingen mag: ein Riesenglück im Unglück.
  • Kommentar von Christian Hofstetter  (hofi)
    Ich bin beeindruckt, wie die Spieler Dänemarks am Leben von Christian Eriksen teilgenommen und einen Kreis gebildet haben - als Zeichen ihrer Verbundenheit. Sie haben Eriksen Kraft gegeben, als sie ganz nahe bei ihm standen. Eine herzzerreissende Anteilnahme, in deren Sog ich nicht anders konnte, als ein paar Tränen zu vergiessen und darauf zu hoffen, dass es gut kommt. Es kommt wohl gut! Zum Glück für die EM und all die vielen Fussballfreunde.
  • Kommentar von Christina Ammann  (chrissie)
    Einmal mehr hat dieser tragischer Vorfall gezeigt, wie schnell sich von einer Sekunde auf die andere sich alles verändern kann.
    Ich bin sehr dankbar und froh, dass es dem Spieler den Umständen entsprechend besser geht und wünsche Ihm auf diesem Wege alles, alles Gute und ganz gute Erholung.