Wenn es vom 20. bis 22. März im polnischen Torun an der Hallen-WM um Medaillen geht, schickt Swiss Athletics drei Athleten und zehn Athletinnen an den Start. Gespannt sein darf man auf das Comeback von Ajla Del Ponte, die erstmals seit der WM 2022 als Einzelathletin an einem Grossanlass dabei ist. Verletzungen in Oberschenkel und Schienbein, dann eine Depression, Selbstzweifel – Del Ponte musste einiges überwinden auf ihrem Weg zurück.
Kambundji und Werro formstark
Ein Schweizer Frauen-Duo darf sich auf Basis der aktuellen Jahres-Weltbestenlisten durchaus zum Favoritenkreis im Kampf um Gold, Silber und Bronze zählen. Da ist etwa Ditaji Kambundji. Bei der Generalprobe in Torun stellte die Berner Sprinterin im Final über 60 m Hürden in 7,78 Sekunden europäische Saisonbestzeit auf. Anfang März bestätigte Kambundji in 7,82 Sekunden ihre gute Frühform.
Im Vorjahr an der Hallen-WM in Nanjing musste sich die 23-Jährige in 7,73 s einzig der eine Hundertstel schnelleren Devynne Charlton von den Bahamas geschlagen geben.
Nebst Ditaji und ihrer Schwester Mujinga Kambundji, die über 60 m Weltmeisterin wurde, sicherte sich Annik Kälin in Chinas früherer Hauptstadt im Weitsprung Silber, Angelica Moser im Stabhochsprung Bronze. Während Mujinga Kambundji, die im November erstmals Mutter wurde, fehlt, ist Moser und Kälin einiges zuzutrauen.
Dass die aktuelle Form äusserst erfreulich ist, gilt auch für Audrey Werro. Über 800 m knackte sie im Februar beim Hallenmeeting in Belgrad in 1:57,27 Minuten die Jahresweltbestzeit – und zum zweiten Mal im noch jungen Jahr ihren Schweizer Rekord.
Ehammer (fast) so gut wie beim WM-Titel
Bei der überschaubaren Selektion der Männer sticht aus dem Trio Ivan Pelizza, Fabio Kobelt und Simon Ehammer Letzterer heraus. In Magglingen glückten dem Appenzeller, der in Torun auf den Siebenkampf setzt, starke 6416 Punkte. Und damit nur zwei weniger als bei seinem WM-Titel 2024 in Glasgow. Weltweit übertraf diese Marke in diesem Jahr einzig der US-Amerikaner Peyton Bair (6503).
Philipp Bandi, Chef Leistungssport von Swiss Athletics, steckt die Ziele hoch: «Die selektionierten Athletinnen und Athleten haben in den letzten Wochen alle mit sehr guten Leistungen überzeugt. Nun gilt es, diese beim wichtigsten Wettkampf der Hallensaison zu bestätigen und ich bin überzeugt, dass ihnen dies gelingen wird. Wir haben mehrere Trümpfe im Team, die realistische Chancen auf eine Spitzenplatzierung haben. Unser Ziel ist es, mindestens zwei Medaillen zu gewinnen.»