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In vielerlei Hinsicht eine WM der Extreme
Aus Sport-Clip vom 07.10.2019.
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Internationale Bilanz der WM Die Tops und Flops von Doha

An den Titelkämpfen wurden ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Doch es gab Einiges, das negativ in Erinnerung bleibt.

Die Tops

Dabo und Busby: Sie sorgten gleich am ersten Tag für den ersten «Herzensmoment» der WM. Im Vorlauf über 5000 m schleppte der hoffnungslos abgeschlagene Braima Suncar Dabo aus Guinea-Bissau seinen völlig entkräfteten Kontrahenten Jonathan Busby fast eine ganze Runde lang bis ins Ziel. Busby wurde sogar als Erster über die Ziellinie geschoben. Dass die IAAF ihn dann später regelkonform, aber ziemlich herzlos disqualifizierte, passte irgendwie zu einer WM, die dem Weltverband sicherlich nicht viele Sympathien bescherte.

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5000-m-Läufer hilft völlig erschöpftem Kollegen über die letzte Runde
Aus sportlive vom 27.09.2019.
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Mütter: Shelly-Ann Fraser-Pryce, Allison Felix, Christina Schwanitz und Geherin Liu Hong: Mit eindrucksvollen Leistungen meldeten sich gleich mehrere Topathletinnen nach einer Schwangerschaft auf der WM-Bühne zurück. Doch sie alle berichteten von vielen Zweifeln und Problemen nach der Geburt ihrer Kinder. Sie überwanden die Hindernisse eindrücklich.

Resultate: Diese hoch umstrittene WM hat von den reinen Zahlen her grossartige Leistungen hervorgebracht. Im Kugelstossen der Männer herrschte ein unglaubliches Niveau, die Frauen beeindruckten unter anderem über 400 m, 400 m Hürden (Weltrekord), 1500 m und im Hochsprung.

Das Schweizer Team: Mujinga Kambundjis sensationelle Bronzemedaille über 200 m überstrahlte aus Schweizer Sicht alles. Doch auch sonst wusste die Delegation von Swiss Athletics zu überzeugen. Zu Recht zog Delegationsleiter Philipp Bandi «eine sehr positive Bilanz».

Die Flops

Sebastian Coe: Der Weltverbandspräsident wurde vor Beginn der WM einstimmig wiedergewählt und wünschte sich danach, nicht mehr nur über den russischen Dopingskandal reden zu müssen. Die Themen in Doha blieben aber auch so unangenehm: Die unerträgliche Hitze, kollabierende Athleten, die leeren Zuschauerränge, die Dopingsperre von Alberto Salazar. Ein Aufbruch in eine bessere Zukunft für den Verband sieht anders aus. Doch Coe selber fand die WM «grossartig».

Christian Coleman: Der 23-Jährige verpasste innerhalb eines Jahres drei Dopingtests und wurde alleine wegen eines Passus im Regelwerk, der nur sehr gut bezahlten Anwälten bekannt ist, nicht gesperrt. Er gewann den 100-m-Final vor Justin Gatlin, der selber zweimal wegen Dopings gesperrt wurde.

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Coleman sichert sich WM-Gold über 100 m
Aus sportaktuell vom 28.09.2019.
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Startblockkameras: Ja, die Leichtathletik braucht Innovationen. Aber so etwas? Kameras, die beim Start nicht nur in die Gesichter der Athleten filmen, sondern auch andere Aufnahmen machen? Die Athletinnen beschwerten sich zu Recht darüber, dass sie in der knappen Sportbekleidung über die Linsen steigen mussten. Es kam letztlich zu einer Einigung.

Katar: Die WM war gut organisiert, klar. Aber die Leichtathletik als auch das Gastgeberland haben sich mit diesen Titelkämpfen keinen Gefallen getan. Die Bilder von leeren Rängen und Sportlern im Rollstuhl als Opfer der Wüstenhitze beim Marathon und den Geh-Wettbewerben werden in Erinnerung bleiben. Drei Jahre vor der Fussball-WM hat die Vorfreude auf den Megaevent noch einmal einen Dämpfer erhalten.

Leere Ränge.
Legende: Leere Ränge Die Stimmung in Doha war selten ausgelassen. imago images

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.10.19, 18 Uhr

5 Kommentare

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  • Kommentar von max stadler  (maxstadler)
    Coleman wusste genau wieso er im 200 m Rennen nicht angetreten ist, ich auch.
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  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Dieser Bericht ist grundsätzlich in Ordnung, enthält aber seinerseits einen "Flop", jedenfalls aus meiner Sicht. Es braucht nicht sehr gut bezahlte Anwälte, um ein Regelwerk zu lesen und zu verstehen. Sachverstand ist nicht abhängig von den Honoraren, welche eine fachkundige Person erhält. Wenn die amerikanischen AD-Behörden nicht in der Lage sind, die für sie gültigen Regeln einzuhalten und anzuwenden, sollte man dies nicht dem betroffenen Athleten anlasten.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Kann mir keine unwürdigere Umgebung für diese Top-Leistungen vorstellen. Eigentlich ein Tritt in den Hintern der Athleten. Beschämend, wohin man solche Anlässe vergibt. Wo sind da die Samstag-Proteste geblieben? Und wo jene der Fussball-Fans gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Menschen, welche die Stadien errichten? Denen ist es wohl egal. Hauptsache ihre Lieblinge können dann tschutten.
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