Das Bob-Experiment ist Salomé Kora geglückt. Nach der Weltcupsaison als «Anschieber-Azubi» durfte die Sprinterin auch gleich an die Olympischen Winterspiele – und kam mit einem Diplom aus Cortina zurück. An der Seite von Debora Annen belegte sie im Zweier den starken 7. Rang.
Nur eine Woche später ist die erste Schweizerin, die an Sommer- und Winterspielen teilgenommen hat, wieder zurück in ihrer eigentlichen Sportart. Sie nimmt dieses Wochenende an den Schweizer Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik teil, wo sie über 60 m an den Start geht. Es ist für sie ein Heimspiel: Ausrichter der Wettkämpfe in St. Gallen ist ihr Heimatverein LC Brühl.
Hallen-WM ist kein Ziel
«Ich bin immer mega gern in dieser Halle am Start», sagt die 31-Jährige. Erwartungen betreffend Zeit oder Rang habe sie aber keine. «Ich kann null einschätzen, wo ich stehe. Ich werde versuchen, es so gut wie möglich zu machen und einfach Freude zu haben.»
Es ist schon meine Hoffnung, dass ich das jetzt auch im Sprint ein bisschen besser schaffe.
Theoretisch könnte Kora die Chance nutzen, um die Limite für die Hallen-WM im polnischen Torun (20.-22. März) zu knacken, die bei 7,20 Sekunden liegt. Doch sie winkt lachend ab. Nach den SM gehe es zuerst einmal in die Ferien. Danach steht die Vorbereitung auf den Sommer im Fokus.
Fortschritte in Beschleunigungsphase
Die Trainings im Bob und auf der Tartanbahn sind zwar nicht völlig unterschiedliche Welten. Doch dürfte die Umstellung nicht von heute auf morgen gelingen. Sie sei selbst gespannt, wie es laufe, sagt Kora. Aus einem Startblock habe sie sich schliesslich ziemlich lange nicht mehr hinauskatapultiert und auch die fliegende Phase erreiche sie im Eiskanal logischerweise nicht.
Möglicherweise könne sie dafür in anderen Bereichen profitieren: «An der Beschleunigung habe ich recht viel gearbeitet und daran, dass ich die Kraft in die richtige Richtung bringe. Es ist schon meine Hoffnung, dass ich das jetzt auch im Sprint ein bisschen besser schaffe.»
Ehammer und Kambundji als Publikumsmagneten
Zu einem Heimauftritt kommen in St. Gallen auch Kugelstösserin Miryam Mazenauer und Mehrkämpfer Simon Ehammer, der neben den 60 m Hürden auch den Weit- und Stabhochsprung bestreitet. Beide stammen aus der Region. Ganz grosses Aushängeschild ist aber Outdoor-Weltmeisterin Ditaji Kambundji, die über 60 m Hürden in diesem Jahr bisher nur von Devynne Charlton (Bahamas) überflügelt wurde.