April Fohouo steht derzeit als beste Nachwuchsathletin des Landes zur Wahl. Die Waadtländer Judoka ist aber bereits vor der Ehrung der Schweizer Sporthilfe bei der Elite gefordert. Die 20-Jährige geht an der EM im georgischen Tiflis an den Start, wo sie sich bei der Elite beweisen will.
Bei den Juniorinnen blickt Fohouo auf ein beeindruckendes Palmarès zurück. Die Jura-Studentin gewann im vergangenen Jahr Silber an den Juniorinnen-Europameisterschaften und holte sich im Herbst in der Kategorie -70 kg als erste Schweizerin Gold an einer Juniorinnen-Weltmeisterschaft.
Lobende Worte
«Sie ist sehr mutig, sehr explosiv und bringt sehr viele wichtige Trümpfe mit», beschreibt Dominique Hischier, Chef Leistungssport beim Schweizerischen Judoverband, seinen Schützling. «Sie kämpft immer sehr hart und will unbedingt gewinnen. Diese Charakterzüge findet man nicht bei allen.»
Dass Fohouo nicht nur bei den Juniorinnen bestehen kann, hat sie dieses Jahr bereits unter Beweis gestellt. Beim Grand Slam in Paris, eines der prestigeträchtigsten Turniere im internationalen Kalender, kämpfte sie sich vor zwei Monaten bis auf den 2. Rang vor.
Neben Fohouo hat die Schweizer Delegation vier weitere Pfeile im Köcher. Binta Ndiaye (-57 kg), Gioia Vetterli (-70 kg), Aurélien Bonferroni (-81 kg) und Daniel Eich (-100 kg) wollen in Tiflis ebenfalls über sich hinauswachsen. Eich, der vor 2022 EM-Bronze gewann, geht mit Aussenseiterchancen ins Rennen. An den Olympischen Spielen von Paris schnupperte der Aargauer an einer Medaille, unterlag aber im Kampf um Bronze. Nils Stump, Weltmeister von 2023, kann die Reise nach Georgien wegen einer Knie-Operation nicht antreten.